Transsib 2018 – Auf geht’s nach St. Petersburg

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Texto en español🇦🇷
Gemütliches Frühstück unter lauter Chinesen und einer Handvoll Spanier im Scandic Hakaniemi in Helsinki, dann geht es los mit der Strassenbahn zum Hauptbahnhof der finnischen Hauptstadt. Um 11 fährt der Zug, wir sind eine Stunde früher da und damit natürlich viel zu früh. Auf Gleis 9 soll’s losgehen, eine amerikanische Reisegruppe ist auch schon eingetrudelt und hat so viel Gepäck, dass uns die Augen übergehen.

 

Gegen halb elf dürfen wir in den „Allegro“ einsteigen, Wagen 4, 2. Klasse, Plätze 13 und 14. Kaum ist der Zug, der viermal täglich diese Strecke fährt, unterwegs, kommen schon der finnische Zoll, der Fahrkartenkontrolleur und die Passkontrolleure. Vor uns liegen knapp 400 Kilometer. Während wir durch ein nordisches Bullerbü mit Birken, Seen und Höfen in absoluter Alleinlage fahren, werden wir kontrolliert, aber die meisten schlafen, essen oder trinken. Wir haben gerade mal einen halben Liter Wasser dabei – was muss man in knapp dreieinhalb Stunden Fahrt unbedingt mehr zu sich nehmen? Um uns herum wird gemampft und geplaudert, das Bordrestaurant hat Hochkonjunktur. Nur bei der Überfahrt über die finnisch-russische Grenze wird es kurz geschlossen. 

 

Die russischen Grenzer überprüfen uns genau, checken die Einreiseformulare und stempeln die Visa ab. Der einzige Unterschied zur finnischen Strecke: Ab Helsinki gibt es freies wifi ohne Passwort, in Russland muss man sich über die Website noch einmal anmelden. Kein Problem. Nach insgesamt dreieinhalb Stunden kommen wir am finnischen Bahnhof von St. Petersburg an. Das Empfangskomittee könnte nicht üppiger sein: Polizei, Militär, viele, viele Einsatzfahrzeuge. Der Metrozugang ist gesperrt, Taxis können nicht vorfahren – eine Demo oder so.

 

Wir haben aber zunächst ein ganz anderes Ziel, wollen die Tickets von Irkutsk nach Peking für Mitte Oktober kaufen. Seit zwei, drei Wochen beobachten wir, dass es nur noch zwei Abteile und zwei halbe gibt. Diese Strecke ist nicht über die russische Staatsbahn von Deutschland aus buchbar, also müssen wir hier nachfragen. Das glaubt uns zunächst niemand; das einzige, was man uns offenbar zutraut, ist, dass wir einen Zug nach Helsinki buchen wollen. Nichts da! So leicht sind wir ja nicht abzuwimmeln. Das Gepäck muss durch eine Sicherheitsschleuse, wir bekommen eine Nummer und werden Minuten später von einer nervös zuckenden Dame aufgerufen. Kein einziger Mensch spricht hier auch nur eine Silbe Englisch. Mit meinem brillanten Russisch, Händen, Füssen, vor allem aber vorausschauend einem in russisch und englisch ausgedrucktem Reiseplan kriegen wir tatsächlich die Buchung rund! 13. Oktober von Irkutsk nach Peking in der 1. Klasse – wir haben es geschafft!

Dagegen ist das Besorgen von Rubeln Peanuts. Wieder durch die Sicherheitsschleuse, dann in den Bahnhof. Der erste ATM ist ausser Betrieb, beim zweiten gibt es Geld – maximal 9000 Rubel, das sind ungefähr 110 Euro. Naja, reicht ja wohl erst einmal…

 

Jetzt wollen wir eigentlich nur noch ins Hotel Aglaya. Weit und breit kein einziges Taxi. Mit unserem Gepäck, das von Meter zu Meter schwerer wird, schleppen wir uns bei beachtlichen 18 Grad und Sonne zur nächsten Hauptstrasse. Auf google translator habe ich fein vorbereitet, wohin wir wollen. Endlich bremst ein Taxi, wir laden ein, fahren in den dichten Verkehr. Der Fahrer brabbelt mit seiner Zentrale und wirft uns kurzerhand genau da wieder raus, wo er uns aufgegabelt hatte. Aus irgendeinem Grund soll, will, darf er uns nicht fahren. Das verstehe, wer wolle – wir nicht.

 

Ein schwer bewaffneter Polizist weist uns den Weg zur nächsten Metrostation. Für 45 Rubel pro Person – knapp über 60 Cent – können wir so lange Metro fahren, wie wir wollen. Hauptsache, wir verlassen den Bahnhof nicht. Erst mal nichts wie weg vom finnischen Bahnhof, den Wachtmeistern und dem Militär. Bei Dostojewski müssen wie umsteigen. Grosskotzig wie immer lotse ich uns in die nächste U-Bahn. Es ist die falsche. Also wieder zurück. Irgendwie schaffen wir es natürlich ans Ziel. Vor uns liegt eine ausgesprochen breite Strasse, die man nur via Unterführung und Treppen überwinden kann. Sind wir richtig? Die Russin in mir erschrickt einen niedlichen Jungen, der aber mal schnell online geht und uns sagt, wo’s langgeht.

 

Inzwischen ist es nach fünf. Der Weg durch St. Petersburg hat fast länger gedauert als die Fahrt im Allegro von Finnland hierher. Wir müssen mal einen Moment die Füsse hochlegen, die Arme entlasten, das Hotel in Irkutsk um einen Tag verlängern und das in Ulanbaator canceln. Die Mongolei werden wir ganz gemütlich per Zug durchreisen. Die China- Planung machen wir später. Unser Hotel Aglaya in St. Petersburg ist ganz putzig, liegt verkehrsgünstig und verfügt über Restaurant, Bar und zdf neo im Kabelfernsehen. Was will man mehr?

 

Etwas von St. Petersburg sehen, natürlich! Können wir denn nicht einmal Ruhe geben? Kurz vor sechs – die Sonne geht gegen halb acht unter – kaufen wir eine Handvoll Tokens im Bahnhof und stehen wieder auf einer dieser unendlich langen Rolltreppen, die uns ins Innere der Metrowelt bringen. Natürlich nehmen wir feinstes Artdéco wahr, aber erst einmal müssen wir mal den Nevskij Prospekt anlaufen. Kaum sind wir mit einem Umsteigen da, schüttet es wie aus Eimern. Nicht zu fassen! Belohnt werden wir allerdings mit einem schönen Regenbogen. Wir gucken eine Ecke weiter und sehen eine Kirche, die fast unwirklich wirkt mit ihren Zwiebeltürmchen, all dem Gold und den schon aussen sichtbaren Malereien: die Auferstehungskirche, auch Blut- oder Erlöserkirche genannt. Sie ist der Basilius-Kathedrale in Moskau nachempfunden und wurde Ende des 19. Jahrhunderts an der Stelle erbaut, an der Zar Alexander II. einem Attentat zum Opfer gefallen war. So stellt man sich eine russische Kirche vor, auch wenn diese nun längst ein Museum ist. Zu Zeiten des Sowjets wurden hier übrigens Kartoffeln gelagert…

 

Mit offenem Mund bestaunen wir das Bauwerk und kichern auf der Rückseite, weil wir uns dort genau gegenüber der Fanmeile zur Fusball-WM 2018 befinden. Faszinierende Gegensätze! Vorbei an schicksten Geschäften, in denen gestylte Girls auf ihren Louboutins klappern, machen wir uns auf den Weg nach Hause. Wir haben Hunger und Durst und keine Lust, noch gross etwas zu suchen. Das Hotel Aglaya muss mal zeigen, was es kann. Inzwischen sind wir ziemlich fit mit der Metro und bald im Hotel. Das Restaurant „Pascal“ auf der Dachterrasse im 8. Stock ist zwar geöffnet, aber niemand vom Personal lässt sich blicken. Also fahren wir ins Erdgeschoss ins „Pascal“  – da wird man wenigstens bedient. Wir trinken belgisches Leffe-blond-Bier zu russischem Beef Strognoff, und ich bin ganz begeistert vom Kellner. Hat er nicht gerade gesagt: „Ihr Russisch ist ganz gut.“? Hat er. Damit natürlich mich in der Tasche. Und als Juan zu irgendetwas „Thank you“ sagt, korrigiert er ihn lächelnd: спасибо (spaciba), bitteschön, heisst „danke“, denn wir sind in Russland! Wir verabschieden uns wie alte Freunde voneinander, der Kellner und wir. Morgen trinken wir hier mal einen Wodka!

 

Desayunamos tranquilos, rodeados de ruidosos turistas chinos y un puñado de españoles en nuestro hotel Scandic Hakaniemi en Helsinki, luego nos vamos del hotel y con el tranvía viajamos a la estación central de trenes de la capital de Findlandia. A las 11 horas parte nuestro tren. Nosotros llegamos una hora antes, un poco temprano.
Desde el andén número 9, va a partir, un grupo de turistas americanos, ya están esperando el tren, tienen tanto equipaje, que estamos asombrados.

A las 10:30, llego el Allegro y subimos a nuestro vagón número 4, segunda clase, asientos 13 y 14. El tren hace este trayecto varías veces al día y apenas nuestro tren salió vinieron los policías de frontera de Finlandia para hacer el control de pasaje y pasaportes. Recorremos 400 km por bosques de abedules, lagos, algunas granjas aisladas. Cerca nuestro los pasajeros charlan o hablan con sus handys. El restaurante está lleno y cierra solo cuando se cruza la frontera con Rusia.

La policía de frontera nos controló minuciosamente, los formularios y estamparon el sello sobre nuestra visa. En el tren desde Helsinki hasta la frontera había wifi libre, en Rusia también, pero tuvimos que hacerlo entrar nuevamente por la página de internet de los trenes. Después de 3 horas y media llegamos a la estación de St. Petersburgo.
Mucha policía en la estación, pensamos que quizás habría alguna manifestacion o algo así.
En esta estación lo primero que teníamos que hacer era comprar los pasajes de Irkutsk a Pekín para mediados de octubre. Desde hace dos o tres semanas observábamos que había solo dos cabinas en primera libres, pero el pasaje con ese trayecto, saliendo de Rusia, no lo podíamos comprar online desde Alemania. Por eso en la estación preguntamos en una oficina, primero pensaron que queríamos otra cosa, pero luego se dieron cuenta que queríamos comprar un pasaje. Para acercarnos al mostrador primero tuvimos que pasar todo nuestro equipaje por la cinta de seguridad, ya adentro, nos atiende una mujer que no hablaba absolutamente nada de inglés. Con mi brillante ruso y gestos con las manos, pero especialmente con una impresión que teníamos del trayecto con detalles que sacamos de internet, nos hicimos entender y compramos el pasaje. 13 de octubre en primera clase, desde Irkutsk hasta Pekín. Lo logramos!!
De ahí fuimos a otra sala de la estación porque nos informaron que allí había cajeros automáticos para poder retirar rublos, nuevamente todo el equipaje por seguridad. La primera caja no funcionaba, pero en la segunda conseguimos como máximo 9000 rublos, unos 110€. Por el momento alcanza.

En ese momento solo queríamos una cosa, el hotel Aglaya. Por ningún lado había un taxi, con nuestro equipaje que metro tras metro se hacia más pesado, 18 grados y sol, buscamos una calle principal. En Google tenemos la dirección preparada para mostrar. Tras una larga espera, frena delante nuestro un taxi, le mostramos la dirección del hotel, carga el equipaje en el baúl y partimos, balbucea algo con la central de taxis y luego de 300 metros frena y nos deja nuevamente en la vereda, por algún motivo, no nos puede llevar🙁

Un policía que hace guardia, nos indica con señas donde está la estación del metro. Por 45 rublos por persona, podemos viajar en metro todo lo que queramos a condición de no salir en las estaciones.
Por fin dejamos la estación de trenes. En Dostojewski tenemos que hacer una combinación. Nos bajamos pero nos damos cuenta que es la equivocada. De nuevo volvemos una estación. De alguna manera al fin logramos llegar a la estación cerca de nuestro hotel. Afuera nos encontramos con una amplia avenida y un túnel con escaleras para cruzar. ¿Estaremos bien aquí? nos preguntamos. Con mi idioma ruso, asusto a un grupo de jóvenes y trato de preguntar. Uno de ellos con su teléfono busca nuestro camino que no es muy lejos de allí

 El camino desde la estación de trenes en St. Petersburgo hasta nuestro hotel tardó casi más que nuestro viaje con el Allegro desde Helsinki. Tenemos que descansar nuestros pies y nuestros brazos un momento, la reserva del hotel en Irkutsk alargarla un día y la reserva del hotel en Ulanbaator cancelarla. Mongolia la veremos muy cómodos desde el tren, cuando la atravesemos para llegar a Pekín. Planear China lo haremos más tarde. Nuestro hotel Aglaya en St. Petersburgo, está muy bien, está bien ubicado, tiene restaurante, bar, tv por cable, ¿que más queremos?

Después de una hora y media de descanso, decidimos que tenemos que ver algo de St. Petersburgo. El sol se pone a las siete y media, todavía podemos ver un poco. En la estación de metro, compramos nuevamente dos pasajes y por escaleras mecánicas larguísimas nos adentramos en el metro. Queríamos llegar hasta Nevskij Prospekt, una de las avenidas más importantes de la ciudad. Después de dos estaciones, una combinación y una estación más, llegamos. Cuando salimos del metro, estaba lloviendo bastante fuerte😩Al rato, como recompensa aparece un lindo arco iris y
15 minutos más tarde, no llovía más. En una esquina donde había o pasaba uno de los tantos canales de la ciudad, vemos a lo lejos una iglesia fantástica con cúpulas coronadas en forma de cebolla doradas.
Caminamos hacia ella. Es la llamada Iglesia de la resurrección y se asemeja o estuvo inspirada en la Catedral de San Basilio de Moscú. Sé construyó a fines del siglo 19, en el lugar donde ocurrió el atentado al Zar Alejandro II. Ahora es un museo y en la época de la Unión Soviética un depósito de papas.
Con la boca abierta, miramos desde afuera esta asombrosa construcción. En contraste, casi enfrente hay una exposición con carteles en referencia al último campeonato mundial de fútbol.
Ya casi de noche decidimos volver al hotel, antes caminamos por una calle muy elegante junto al canal, donde se encuentran las boutiques con las más famosas y caras marcas de ropa.
Tenemos hambre, sed y no tenemos ganas de buscar un restaurante. El hotel tiene un restaurante en el octavo piso, „Pascal“, pero ahí solo encontramos una linda vista, personal no había. Bajamos al „Pascal“ de la planta baja, ahí vemos que algo funciona.
Comemos beef Strognoff acompañado con cerveza de Bélgica. El mozo que nos atendió, es mi amigo, en un momento me dice: „su idioma ruso está muy bien“ no lo puedo creer, pero lo dijo. Con eso por supuesto me compro totalmente y cuando Juan en un momento dice “ Thank you“, lo corrigió y le dice: спасибо (spaciba), estamos en Rusia😂. Nos despedimos luego del mozo, como amigos. Mañana tomaremos aquí una vodka!

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