Dänemark im September

Das Wetter, das uns auf unserem Weg nach Norden begleitet, ist äußerst wechselhaft. Starkregen und knallblauer Himmel wechseln sich mit Sprühregen und Sonnenblitzen ab. Es ist Sonnabend, und entsprechend dünn ist der Verkehr auf der A 23. Bei Heide biegen wir nach Westen ab: In Wesselburen findet ein Flohmarkt in einer alten Fabrik statt, der uns reizt.

Das Kohlosseum – Dithmarschen ist das Kohlland schlechthin, und das Gemüse hat gerade Hochsaison – ist sehenswert. Angeboten wird überwiegend häuslicher Krempel, dazu kommen einige Kuriositäten. Einen Teil des Gebäudes nimmt eine Art ländlicher Supermarkt mit Spezialitäten und Handarbeiten aus der Region ein. Schön, ruhig und ein wenig trutschig.

Der nächste Stopp ist in Husum, direkt am Hafen. Wir wettern einen peitschenden Regen bei Kaffee und Pflaumenkuchen im Café Tine ab. Husum ist eine lebenswerte Stadt. Mit nur 25.000 Einwohnern gibt es alles, was man braucht – und mehr. Einen gemütlichen Wochenmarkt vor der St.-Marien-Kirche, die in ihrer Schlichtheit einfach großartig ist, eine kleine Mall mit großen Marken, vor allem aber malerische Straßen, die links und rechts mit Rosenstöcken geschmückt sind. Wir finden uns vor dem ehemaligen Wohnhaus Theodor Storms wieder, wandeln durch seinen Garten und besichtigen das zweistöckige Zuhause des berühmten Husumers. In einem Ort wie diesem, so nah am Meer, könnte man leben.

Wir reißen uns los und nehmen Kurs auf Dänemark. Knapp 180 Kilometer später stehen wir wie so oft im Büro von Købmand Hansen, bekommen bestens organisiert die Schlüssel für Haus 1420 sowie zwei zugebuchte Wäschepakete.

Anders als sonst haben wir diesmal kein Haus, sondern eine Wohnung gebucht. Der Weg in den ersten Stock über eine Außen-Wendeltreppe ist nur deshalb etwas abenteuerlich, weil wir so viele Lebensmittel mitgeschleppt haben. Die Wohnung ist geräumig, sehr hell, mit Blick ins Grüne und auf eine Handvoll Kühe direkt am Haus.

Wir haben für die nächsten 14 Tage alles, was wir brauchen, sind nur fünf Kilometer vom Ort Henne Strand entfernt und haben zwei Golfplätze in der Nähe. Wie selbstverständlich stoßen wir uns an schrägen Wänden erst einmal den Kopf, bevor klar ist: Das schmerzt.

Um den Tag abzurunden – und weil wir überhaupt keine Lust zu kochen haben – fahren wir noch einmal nach Henne, um richtig schmierige Hotdogs zu essen. Der Laden ist zwar noch geöffnet, die rauchende Wirtin bedauert allerdings zwischen zwei Schlucken Bier: Ausverkauft.

Allerdings nutzen wir die Gelegenheit, einen Blick aufs sturmgepeitschte Meer zu werfen. Es ist schön wie immer, ein bisschen unheimlich, sehr kraftvoll. Grossartig. Dass der feine Sand vom Westwind durch die Luft gepeitscht wird, ist eindrucksvoll, wird sich aber wieder legen. 

Wir trollen uns nach Hause: Abendbrot mit Spiegeleiern. Auch gut.

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andando
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