welcome party – Grillfest der Familie

Klappt ja prima mit unserem Jetlag! Kurz vor fünf sind wir quietschvergnügt. Darum wirft uns auch das Klingeln an der Haustür zu dieser nächtlichen Stunde nicht aus der Falle. Entweder spielt jemand Klingelstreiche – oder  hat den Schlüssel vergessen und versucht mit der flachen Hand, ins Haus zu kommen. Wir hören, sehen aber nichts, denn bei allem Schnickschnack in diesem Haus gibt es keine Türspione. Es ist hellhörig in der Hütte: Wenig später klappen Türen, läuft Wasser. Entweder jemand steht früh auf oder ist spät nach Hause gekommen. Letzteres ist hier Standard. Gegessen wird abends ab neun, gefeiert frühestens ab Mitternacht. Klar, dass es vor der Tür auf der Straße gegen fünf Uhr morgens noch recht voll ist. Da spielt es keine Rolle, dass es um diese Uhrzeit mit echten 10, gefühlten 6 Grad recht frisch ist. Wir wohnen mitten in Palermo, einem belebten Stadtteil mit vielen Bars, Restaurants und Clubs. So ein bisschen wie Eppendorf auf Weltstadtniveau. Oder Soho in New York.
Während ich hier so tippe, versucht Juan, unseren Blog wieder zum Leben zu erwecken. Ich zocke derweil mit Thommy, Natz und Croco im Quizduell 🙂
Kurz nach 6, Zeit für den ersten Kaffee.
Unser Treffen mit den Franzosen haben wir auf morgen Mittag verschoben – sie wollen heute nach Tigre, wir sind nachmittags bei Fede zum Asado eingeladen. Nach der kurzen Nacht und dem vielen Wein müssen wir jetzt mal vor die Tür, um Luft zu schnappen und das Handy wieder aufzuladen. Vielleicht finden wir auch noch irgendwo zwei Kisten, die wir dann Nachttisch nennen. Für die ganze Elektronik, Bücher … Im Moment tragen wir die einzigen beiden Stühle immer hin und her.
Heute ist der Tag geschaffen für ein Jäckchen. Zwar kommt die Sonne manchmal durch, aber über 14, 15 Grad wird sie es wohl auch nicht schaffen.
Gegen eins, höre ich gerade, geht’s Richtung Grill. Juliana, die dritte Tochter von Federico, nimmt uns mit nach San Martin. Wie so vieles in dieser großen Stadt ist auch das eine kleine Reise. Aber bisher sind wir aus unserem Barrio noch nicht einmal herausgekommen. Das wird sich ändern.
Federico hat die Parilla schon angeheizt. Gegrillt wird hinterm Haus von Marina, das jetzt von Inés bewohnt wird. Fede hat sich schon mal einen Wein eingeschenkt, präpariert als Erstes ChoriPan, wunderbar gegrillte Würstchen in einem Brötchen. Wird aus der Hand gegessen und ist einfach großartig. Es ist kühler, als es auf den ersten Blick wirkt. Darum wurde der große Tisch im Wohnzimmer gedeckt. Teresa, Federico, deren Töchter Marina, Inés und Juliana, Ana, Juan Carlos und ich – eine lustige, laute Runde. Nach drei, vier Stunden bin ich aus sämtlichen Unterhaltungen, die kreuz und quer über den Tisch verlaufen, raus: Kann mich nicht mehr konzentrieren, verstehe überwiegend Bahnhof, habe einen unsäglich toten Punkt. Liegt vielleicht auch an dem guten Essen. Auf der Parilla werden Chorizos, Bifes de Parilla, Tires de Bife zubereitet, dazu gibt es drei Schüsseln mit Salaten, Rotwein aus Mendoza, Wasser. Nach dem üppigen Essen fahren die Görls los, um ein Dessert zu besorgen und kommen mit riesigen Eistöpfen zurück: Schwarze Schokolade, Dulce de Leche mit Schokoladenstückchen, eine dritte Schokosorte, einen Extrabecher mit Zitroneneis. Ich hätte es zwar nie für möglich gehalten, aber alles wird weggelöffelt. Wahnsinn. Zum Glück gibt es hinterher noch einen Kaffee und – ich fasse es nicht – eine Torte. Die können Juan Carlos und ich nicht einmal mehr probieren. Unfassbar, was hier alles gegessen wird! Kurz vor sieben brechen wir auf, Juliana setzt uns zu Hause ab. Wir sind fix und fertig, können nichts mehr hören und schweigen auch erstmal. Das war alles toll, aber auch anstrengend. Meine Güte!
Wir sind vom langen Tag mausemüde, können aber nicht im Ernst um acht ins Bett gehen. so werden wir unseren Jetlag nie los… Morgen Vormittag treffen wir Fede, mittags um zwei Francis und Maëlle. Volles Programm!
 
 

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