Letzte Ausfahrt Kalifornien

Was ist das denn? Wolken am Morgen? Haben wir ja lange nicht gesehen. Aber alles ist besser als das muffige Hotel hier. Nach einem gruseligen Continental-Frühstück machen wir uns im dichten Nebel auf den Weg nach Norden.

 

Unser erster Stop ist Trinidad direkt am Meer. Ganz niedlich mit dem Leuchtturm und den Fischereibetrieben, aber kein Grund zum Bleiben. Denn leider kennen wir niemanden in einem der traumschönen Häuser direkt über den Klippen.

Juan hat in der Nacht zwei Nebenstrecken entdeckt, die wir unbedingt fahren wollen.

 

Die erste führt auf überaus holprigem Weg direkt am Ozean entlang. Was für eine Küste! Sogar im Nebel lässt sich die Schönheit erahnen. Die Strasse ist allerdings mal wieder unterirdisch. Inzwischen glauben wir fast, dass die schönen Nebenstrassen absichtlich in schlechtem Zustand gehalten werden, damit die Neugierigen – wie wir – wegbleiben. Tun wir aber nicht 🙂

 

Auch der Highway Richtung Crescent City ist relativ schlecht. Was uns nicht davon abhält, Umweg 2 in ein Indianerreservat in Angriff zu nehmen. Der ist aber nicht doll, führt zwar an die Küste, endet aber im Nirvana. Zurück auf der 101 folgen wir einem Schild zu einem scenic drive in die Redwood-Wäldern. Das ist schon etwas ganz anderes! Überall wird vor Elk, also Hirsch, gewarnt, aber wir sehen nur eine Herde, die domestiziert scheint. Und wir sehen ungeheuer hohe und gerade Redwoods. Wie schön! Wir wandern ein Stück durch den Wald und sind schwer begeistert von der Vegetation. Was sind wir Menschen doch für winzige Wesen!

 

Weit weniger begeistert sind wir von den Übernachtungsmöglichkeiten und den Zimmerpreisen an der Küste. Horrend! Auch in Crescent City, dem nahezu nördlichsten Kaff in Kalifornien, erwarten wir nichts. Aber wie es der Zufall so will: Wir finden das Bay View Inn zu einem akzeptablen Preis (nach zähen Verhandlungen wie auf einem marokkanischen Bazaar) mit einem riesengrossen Zimmer, in dessen Ecke ein Jacuzzi steht. Gaga! Da kriegt man die schlimmsten Szenarien aus „Bauer sucht Frau“ einfach nicht aus dem Kopf… Aber uns reizt der Balkon. Hier kann man mit Buch gut ein paar Stunden verbringen.

 

Ausserdem gibt es eine Laundry, die wir dringend brauchen. Kaum ist die Wäsche sauber und zusammengelegt, treibt es uns aus dem Haus. Der Fischereihafen ist interessant, die kleinen und grösseren Boote sind es auch. Irgendwo gibt es einen Hinweis auf den Tsunami von 2011, der hier grossen Schaden angerichtet hat. Als wir schon denken, am Ende von allem angekommen zu sein, entdecken wir eine einstöckige Baracke, in der ein traditionelles Fischrestaurant untergebracht ist. Genau richtig für uns! Es gibt Fisch und Weisswein und Sonnenuntergang. Was könnte man sich mehr wünschen?

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