Kaffeekränzchen

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Man wird ja nicht jünger… Zwar haben wir nur eine Zeitverschiebung von vier Stunden zu verarbeiten, aber die schlaucht. 

Glücklicherweise hat uns Tag 1 mit leichtem Wind und 23 Grad verwöhnt, aber heute gibt’s schon mal Nachschlag: 30 Grad, kein Lüftchen. Premiere am Vormittag: Mein Bruder ruft über whatsapp an. Endlich klappt das mit seinem neuen Telefon. Wir schnacken schön und freuen uns über die Verbindung, die besser funktioniert, als vom Rothenbaum zur Uhlenhorst.

Es ist Sonntag und auf der Plaza Dorego findet der berühmte Markt von San Telmo statt. Deutlich weniger Touristen aus Übersee, aber viele aus Südamerika. Liegt es an Corona oder nicht – die sonst so unbeschwerte Stimmung wirkt bedrückt. Die Lustlosigkeit der Schaulustigen  überträgt sich auf die Verkäufer, von denen einige versuchen, der brennenden Sonne unter ihren Ständen zu entkommen.

Uns ist das alles schnell zu voll, und es gibt kaum einen Stein, den wir nicht schon kennen. Also bereiten wir uns auf den Verwandtenbesuch am Nachmittag vor.

Nicht alle Konditoreien sind geöffnet, aber ein fast zahnloser Gassigänger mit kurz gehaltenen Kampfhund gibt uns einen Tipp: Auf der Independencia kaufen wir factores. Das ist knallsüsses Kleingebäck mit Klebegarantie überall.

 

Da wir aus Sicherheitsgründen die Handys in der Tasche lassen und auf der Straße somit nicht online sind, erfahren wir erst zu Hause, dass Ana extra einen Kuchen gebacken hat. Die Tortenschlacht kann beginnen.

 

Das tut sie natürlich nicht so schnell: Federico und Terrsa wollen Ana so rechtzeitig abholen, dass das Trio um vier bei uns eintrudelt. Ana wartet. Und wartet… Irgendwann klopft es dann aber doch bei uns im 13. Stock. Wir brühen unseren letzten mitgebrachten Kaffee auf – in den Supermärkten muss man genau gucken, um ungezuckertes Kaffeepulver zu bekommen. Wir werden da heute nicht fündig. Sowieso müssen wir morgen dringend einen vernünftigen Supermarkt besuchen.

Apropos: Mit unserem Besuch verleben wir ein paar entzückende Stunden, klönen über Gott und die Welt und Corona, bis Federico ein Machtwort spricht. Schluss mit Pandemie und Krankheiten; er möchte Torte. Anas Pflaumenkuchen ist großartig, aber so viel Süßes an einem Nachmittag…

Die Lichter gehen in Buenos Aires an, als sich die drei verabschieden. Es war schön und anstrengend für uns Jetlagger… Ein Weinchen, ein Sandwich und buenas noches…

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