Trip nach Bozen


Ganz was Neues! Heute morgen scheint etwas Sonne über Lana. Grund genug für einen Ausflug.

 

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Wir wollen nach Bozen, in die Hauptstadt Südtirols. Es gibt mehrere Möglichkeiten für den Trip: Schnell über die Autobahn, über die man Richtung Brenner oder umgekehrt immer an Bozen vorbeiheizt. Oder die Landstrasse, die sich durchs Etschtal schlängelt. Und dann gibt es natürlich noch die Serpentinenstraße über einen Pass, die eigentlich nur von bekloppten Bikern gewählt wird. Und von uns.

 

Fast zwei Stunden dauert der alpine Ritt Richtung Süden. In jeder Kurve Motorradfahrer in absoluter Schräglage, auf den Geraden viele, viele Rennradathleten. Sie alle haben eines gemein: Ergrautes Haar und Bauchansatz. Mit anderen Worten: Je oller, je doller.

 

In San Felice wollen wir einen Wasserfall besichtigen, lassen das Auto im Dorf und stiefeln los. Links und rechts vorbei an zauberhaften Blumenwiesen, die die Natur nach Lust und Laune zusammengewürfelt hat. Bildschön! Der Weg wird etwas ruppiger, es geht in ein Waldstück. Wir hören das Wasser, doch von einem echten Fall kann bei diesem Rinnsal kaum die Rede sein. Iguazu, meinetwegen sogar Niagara Falls – das sind Wasserfälle. Dies hier ist eine Art Tröpfcheninfusion. Also wieder auf die kurvige Straße.

 

In Bozen kann man das Navi gleich ausmachen: Die Altstadt ist eine einzige Großbaustelle. Wir parken zentral am Bahnhof und machen uns auf die Socken. Viele Touristen sind unterwegs, die meisten wie die Einheimischen diszipliniert mit Maske. Norditalien kann mehrere Strophen des Coronalieds singen.

 

Der Dom ist ganz interessant, aber schwer zugänglich. Also gleich ins Getümmel auf den Obstmarkt auf der Piazza Erbe, der jeden Wochentag stattfindet. Neben Früchten aus aller Welt und vielleicht auch aus Italien werden Speck und Käse, Gemüse und Kräuter aus Südtirol angeboten. Auf jeden Verkaufsstand kommt eine Bar, ein Restaurant. Wir frühstücken zu exzellentem Weißwein eine Speckplatte. Sehr schön. Bozen ist deutlich italienischer als Meran: Laut, lustig, schick.

 

Noch ein bisschen herumstromern, dann war’s das auch mit Bozen. Da das gute Wetter sich gehalten hat, ist es uns zu voll in der Altstadt. Gemütlich bummeln wir an der Etsch entlang zurück nach Lana.

 

Kurze Pause, neue Idee: Wir wandern noch ein bisschen. Das wird dann doch weiter, als vermutet, deshalb landen wir zum Abendessen in eine Pizzeria, deren Essen man subito vergessen kann.

 

Und dann ist es Zeit für den Balkon, Zeit für einen Weißwein, Zeit für einen Blick auf die Alpen. Und vielleicht für eine kleine Überlegung, wo wir morgen wohl sein werden. Findet sich.

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