Panama. Hasta la vista.

Oh, wie schön war Panama. Elf Tage Panama City, und jeder begann mit diesem unvergleichlichen Blick aus dem Fenster unseres Apartments im 36. Stock des Yoo Arts & Towers auf den Pazifik. Im Hintergrund die Reede der Schiffe, die durch den Panamakanal fahren werden. Unten zog die Cinta Costera ihre Kurve entlang der Bucht, Autos wie kleine Lichtpunkte, dahinter das Wasser, das je nach Stunde in Stahlblau, Silber oder milchigem Tropenlicht schimmerte. Und manchmal eben auch einfach weg war. Die Gezeiten haben uns fasziniert wie der Wellenschlag.

Von oben wirkte die Stadt fast ruhig, als würde sie kurz innehalten, bevor sie wieder in ihr lautes, warmes, selbstbewusstes Tempo fiel. Tropische Temperaturen jeden Tag, die Klimaanlage im Tower hat Frische künstlich vorgetäuscht. Der Pool im 11. Stock war reizvoll, aber wir hatten wenig Zeit, da einfach herumzulümmeln. Viel zu selten haben wir diesen Ort zwischen Himmel und Stadt, mit Wind, der die Hitze brach, und einem Blick, der selbst kurze Pausen zu kleinen Auszeiten machte, genossen, um das Tempo der Stadt für einen Moment ausblenden.

Panama City zeigte sich uns in unterschiedlichen Schichten. Natürlich die Anlagen des Kanals. Dann die Altstadt, der Casco Antiguo mit seinen kolonialen Fassaden, den restaurierten Balkonen, den Cafés, die gleichzeitig alt und neu wirken. Ein Viertel, das sich jeden Tag neu erfindet, ohne seine Geschichte zu verstecken. Dann die Malls: Riesige, klimatisierte Welten, in denen man wieder einmal vergisst, dass draußen Tropenluft wartet. Orte, an dem Panama seine Dollarorientierung offen zeigt: Preise wie in Miami, Marken wie in Dubai, und ein Publikum, das sich selbstverständlich zwischen Food Courts und Designerläden bewegt. Von dort zum Fischmarkt ist eigentlich nur ein Sprung, aber Markt und Restaurants drumherum sind eine andere, eine ganz eigene Welt. Die haben wir fast zu spät entdeckt. Als wir heute zum Abschied noch einmal in dem Riesenladen essen wollen, werden wir schon ler Handschlag begrüßt.

Und dann dieser schweisstreibende Stadtbahn‑Dschungel, ein Stück Natur mitten im urbanen Gefüge. Plötzlich Grün, plötzlich Stille, plötzlich das Gefühl, dass die Wildnis hier nie weit weg ist. Faultiere, Nasenbären, Schildkröten. Ein Kontrast, der uns überraschte und richtig anstrengte.

Die Insel Taboga war das Gegenstück zur Stadt: salzige Luft, ein langsamer Rhythmus, ein Dorf, das sich nicht beeilt. Die Fähre hinüber war schon ein Erlebnis, vom Hochhausblick zur Inselruhe. Dort schien die Zeit anders zu laufen, und wir liefen einfach mit. Ein Tag, der sich anfühlte wie ein tiefes Ausatmen.

Wir haben viel gesehen, viel gelacht, gestaunt und in dieser selbstbewusst teuren Stadt auch mehr ausgegeben, als geplant war. Aber gerade weil wir aus Peru und Bolivien kamen, fiel uns auf, wie anders Panama funktioniert. Das Tempo ist schneller, urbaner, internationaler; die Preise springen von Andenrealität zu Dollarökonomie; das Stadtbild erinnert eher an Miami als an Lateinamerika. In Peru und Bolivien spürt man Tradition, Gemeinschaft, indigene Kultur. In Panama spürt man Handel, Transit, Weltläufigkeit. Und während die Natur in den Anden monumental und rau ist, ist sie hier tropisch, üppig, nah, manchmal nur eine U‑Bahnstation entfernt.

Diese Unterschiede machten Panama nicht besser oder schlechter, nur anders. Keine Sekunde unserer gesamten Reise möchten wir missen und sind dankbar, dass wir das alles erleben dürfen. Und das machte die elf Tage so intensiv. Es fühlt sich nicht an wie ein abgeschlossenes Kapitel, sondern wie ein Auftakt. Wir werden wohl wiederkommen, um das Land jenseits der Skyline kennenzulernen, die Provinzen, die Küsten, die Ruhe, die Geschichten, die noch warten. Wir bleiben gespannt.

Aber morgen schlagen wir erst einmal an anderes Kapitel auf: Mexiko.

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andando
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