Frankreichs Mitte

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Es ist frisch und grau an diesem Sonntagmorgen in Versailles. Ohne Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Süden, ärgern das Navi schon mal mit Pau als Ziel. 750 km via Landstrasse – wie schön, dass wir Zeit haben.

 

Die nehmen wir uns schon mal in Chartres, um die berühmte Kathedrale zu besuchen. Fast 1000 Jahre alt und sehr beeindruckend. Auch der Ort ist ganz niedlich, aber nach irrwitziger Autosuche im Parkhaus (es gibt zwei gegeneinander laufende Parkebenen…) sind wir froh, wieder auf der Landstraße zu sein.

Ab und zu sieht man an Kreisen ein paar verstreute Gilets jaunes, aber es ist nichts weiter los. Gestern wurde ja zum Teil mit viel Gewalt der Jahrestag der Streikenden begangen; heute ist eben Sonntag.

 

In Maintenon (kein Schreibfehler!) kaufen wir uns ein paar Joghurts und Mandarinen, das sollte bis Blois reichen. Kurz nach drei sind wir an der Loire. Blois und sein Schloss sind im Sommer komplett überlaufen, jetzt wirkt alles wie ausgestorben. Wir haben Hunger, aber keine Lust auf ein Menu. Aber es gibt kaum etwas, das überhaupt geöffnet ist. Die dösige Crêperie wird‘s, eine Galette traditionelle, also mit Schinken, Käse und einem Ei, drei kleine Crêpes mit Zucker, Marmelade und unsäglichem fiesem Karamell.

 

Kurze Überlegung, ob wir gleich in Blois bleiben wollen – nö. Es wird Châteauroux, 100 km südlich. Als wir endlich ankommen, ist es stockdunkel, aber wir haben von unterwegs ein Zimmer im Hotel Colbert gebucht. Das ist schön und komfortabel. Ausschlaggebend war aber, dass das Restaurant abends geöffnet ist.

Das sind die meisten in Frankreich am Sonntag nämlich nicht. Ein Stündchen Pause, dann werden wir mal sehen, wie die in der ehemaligen Tabakfabrik kochen.

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