Venedig und Lido

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Gegen sieben haben wir die letzten  Sachen zusammengepackt und gehen frühstücken, vor allem Kaffee trinken. Es ist jetzt schon ziemlich warm, was Denkprozesse möglicherweise etwas einschränkt. Denn wir haben uns immer noch nicht entschlossen, ob wir nach Chioggia, Rimini oder gleich in die Marken fahren.

Ein guter Moment, um eine Entscheidung zu treffen: Wir bleiben einfach noch eine Tag in Venedig. Das Zimmer lässt sich mühelos verlängern. Und was machen wir? Einen Ausflug nach Lido, ins oft gelobte Badeparadies der Venezianer. Was früher nur ein mickriger Sandhaufen war, soll nun möndan und très chic sein.

 

Um mobil zu bleiben, kaufen wir die 20-Euro-24-Stunden-Tickets an der Rezeption. Klar ist, dass es erst einmal zur Piazzale Roma geht, denn von hier legen alle Wasserbusse ab. Im Internet finden wir eine Verbindung, die uns die ganzen Stopps im Canal Grande erspart und zügig auf die Insel fährt.

 

Das Boot ist ziemlich voll mit Sonnenhungrigen, die unbedingt schnell ans Meer, naja: an die Adria kommen wollen. Wir passieren das einzige Kreuzfahrtschiff, das wir bisher gesichtet haben und das sich nicht sonderlich breit vor der traumschönen Kulisse macht. Was noch mehr stört als der grosse Pott: Unser Schiffchen ächzt und kreischt und macht noch mehr sonderbare Geräusche. Auf dem nächsten Anlegeponton werden wir alle kurzerhand auf ein anderes Boot geschafft. Nun steht dem Lido nichts mehr entgegen. Fast. Plötzlich finden wir uns in einer tutenden Armada von Fischerbooten wieder: Demo gegen eingeschränkte Fischereirechte. Wir kommen durch…

 

Croco fand Lido langwelig. Das werden wir ja mal sehen… Wir sehen: Gleich nach der Anlandung auf der Insel, auf der es auch reichlich Autos gibt, eine Einkaufsstraße, die direkt quer übers Eiland zum Strand führt. Fix und fertig werfen wir über umzäunte Hütten einen Blick aufs Wasser. Der Italiener an sich hortet ja gern Gleichgesinnte um sich. Sehr gern auch am Strand. Es ist also viel los zwischen den Badehütten. Und noch viel mehr am freien Strand. Wir gucken die Adria an, uns – und machen kehrt. Was sollen wir hier?

 

Da fahren wir lieber zurück und sehen uns La Guidecca noch ein bisschen genauer an. Vielleicht kommen wir dem Hotel Cipriani auch näher? Nicht als Unterkunftsalternative, denn deren Preisgefüge beginnt bei 1300 Euro pro Nacht. Allerdings mit Frühstück und freiem Wifi.

 

Mein formidables Italienisch hilft, an der falschen Haltestelle auszusteigen. Also schlendern wir unter gleissendem Sonnenlicht und maskiert wie alle kilometerweit zum richtigen Anleger. Auf Guidecca ist etwas mehr los als gestern, aber immer noch nicht viel. Das feine Hotel hat sich von der Aussenwelt abgeriegelt, also gucken wir uns andere Ecken an. Ulrich Tukur ist heute nicht in Sicht, dafür ungefähr 20 Ladys, die alle ein bisschen Donna Leon spielen. Die echte sehen wir auch nicht.

 

Dafür wieder unsere nette Trattoria. Eigentlich wollen wir ja nur einen Drink, aber letztlich siegt die Gier: Frische Pasta mit Vongole und Lasagne. Beides wieder hervorragend. Als Dessert gibt es ein erwähnenswert gutes Tiramisu und ein erwähnenswert schlechtes Schokoeis. Das gibt einen Abzug… Apropos Abzug: Wer im Ai Cacciatori cash bezahlt, bekommt einen 5 Prozent-Discount.

 

Noch weiter zu Fuss, noch heisser. Eigentlich hatten wir vor, nach San Basilio überzusetzen und dann durch Venedig zu laufen – wir können aber nicht mehr und lassen uns bis zur Piazzale schippern. Mit dem Bus nach Mestre ins Venezia und die Füsse hoch. Die Hitze schlaucht.

Kommentare (2)

  1. Jutta Emmerich

    ….macht solche Lust (auf Griechenland) ! Danke und gute Reise !

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    1. admin (Beitrag Autor)

      so schön wie gerade jetzt haben wir venedig noch nie erlebt: wenig leute, nettes voelkchen. und ganz easy: puscheliges hotel mit sicherem parkplatz in mestre, bus oder straßenbahn auf die insel. wirklich toll! mal sehen, wo wir noch hinkommen

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