Über die Runden

Viel los beim Frühstück: Die überwiegend jungen Skydiver fiebern ihren ersten Absprüngen entgegen. In der bunt gemischten Truppe werden Abenteuer und Ängste ausgetauscht: So scheint jeder den Alptraum zu kennen, ohne Gerät auf der Erde aufzuprallen…

 

Dennoch sind sie voller Schwung, freuen sich auf den Workshop und es kümmert sie auch nicht, dass der Himmel bedeckt ist. 12 Grad am Boden – da dürfte es da oben ziemlich frisch sein.

 

Nach dem Frühstück beschließen wir, dem Golfplatz gegenüber eine Chance zu geben. Abschlag 11:01. Die Termine werden im 8-Minuten-Rhythmus vergeben. Sportlich… „Idiotisch“ würde Krümel sagen. Und recht hat er: Par 4, Par 4, Par 5: die Staus sind programmiert. Aber es nützt ja nichts. Da gestern Turnier gespielt wurde, sind heute alle auf dem Course, die nicht mitmachen wollten oder durften…

 

Das Wetter wird auf unserer Vier-Stunden-Runde besser und besser. Nur im Hemd beenden wir das 18. Loch.

 

Wir haben Durst und Hunger. Es ist spät geworden, also gibt’s im Golfhotel nichts mehr. Im Restaurant des Clubs auch nicht. Außer extrem unfreundlichem Personal, das gut zur knurrigen Rezeption des Golfclub de Azahar passt…

 

Es bleibt uns ja nichts anderes als das Pinguin um die Ecke. Weißwein und Junk Food auf der Terrasse in der Sonne. Dazu beobachten wir die Skydiver, die den inzwischen blauen Himmel bevölkern. Imme wieder starten die kleinen Flugzeuge und werfen Minuten später acht oder zehn Springer ab, die dann an bunten Schirmen durch die Luft segeln. Der Ausblick von oben ist wohl nicht so doll.

 

Der Bucht von Azahar sieht man die wilden Stürme im Januar noch an: 30 Meter Breite hat der Orkan vom Strand weggerissen, tonnenweise Algen aufgeschwemmt. Überall stehen Bagger und Raupen, um den Strandabschnitt zum Saisonstart wenigstens halbwegs in den Griff zu bekommen. Sie haben hier noch viel vor.

 

Wir nicht: Wir lesen ein bisschen, sehen die Tagesschau und anschließend das Buffet des Hotels, das heute eher auf die Fallschirmspringer ausgerichtet ist. Hamburger und Fries, Lasagne, die eher Cannelloni sind. Aber viel Salat. Wir das wohl die koreanische Riesengruppe findet, die auf Hausschuhen durch den Speisesaal schlurft? Wir fragen uns, was die Koreaner hier wohl machen. Wahrscheinlich auf der Durchreise von Barcelona in den Süden. Reine Spekulation. 

 

Wir jedenfalls machen heute nichts mehr. Und ob wir den lausigen Golfplatz morgen noch einmal bespielen – wer weiß?

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