Rive gauche

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Heute wollen wir es mal langsam und ganz ruhig angehen lassen. Geht natürlich schief.

 

Zu Fuss, das ist der Plan, schlendern wir bei knatschblauem Himmel, Sonnenschein und um die 15 Grad gemütlich durch die Viertel der linken Seine-Seite. Das Quartier Latin, Saint Germain des Prés, vielleicht bis zum Montparnasse. Mal gucken.

 

Vorbei an ersten Instituten der Sorbonne biegen wir auf den berühmten Boulevard St. Germain ein und landen direkt auf einem kleinen, aber exquisiten Markt. Statt für foie gras entscheiden wir uns im Marktcafé zu einem allongé und tartines. Ganz gelassen und entspannt  beobachten wir wieder einmal tout Paris. Heute vermischen sich verschiedene quirlige Studentengruppen mit älteren Paaren, die ihre höchst selektive Auswahl auf dem Markt treffen. Neben uns meckert eine aufgetakelte Person mit Handy am Ohr. Sie bläht sich gegen den Kellner auf, findet sich schlecht bedient und brüllt den verdutzten Mann zusammen. Sein gestammeltes „Ich habe doch bonjour gesagt“ hört sie nicht mehr und rauscht vondannen. Dummes, dummes Ding!

 

Natürlich gucken wir kurz ins Café Flor und nebenan ins Deux Magots. Hier haben sich vor allem belesene Amerikaner niedergelassen. Ein paar Modelle ähnlich Woody Allen, andere sehen wie Christo aus. Eine Simone de Beauvoir kann ich nicht entdecken. Wahrscheinlich hat sie sich mit ihrem Sartre davongestohlen: So viele Hobbyphilosophen machen einen ja ganz kirre! Wer auf sich hält, trägt hier Hut, schlingt sich einen bunten Schal um den Hals und guckt eine Spur blasiert. Der Rest mampft Croissants und Croques Madame und hofft, dass sich irgendein illustres Gesicht blicken lässt. Tut es nicht.

 

Gegenüber in der Brasserie Lipp speist das elegantere Paris, durchmischt mit betuchten Touristen, zu Mittag und guckt dem Treiben auf dem Boulevard zu.

 

Uns zieht es weiter zum Boulevard St. Michel. Vor dem und im Jardin du Luxembourg picknicken  Jung und Alt, schlendern Touristen und Einheimische. Wie wir achten die meisten auf Tretminen. Nicht jeder kümmert sich um die Hinterlassenschaften seine Minihunde…

 

Wir schaffen es unbeschadet. Und weil es nur noch ein paar Kilometer bis nach Hause sind, laufen wir nach einer kleinen Pause und einem winzigen Weißwein zurück ins Citadines. Kaum erwähnenswert, dass wir wieder einmal rundgelaufene Füsse pflegen müssen. Heute Abend suchen wir uns hier in unserem 13. Arondissement einen ordentlichen Chinesen. Und morgen werden wir dieses wunderbare Paris wieder verlassen…

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