Puerto Madryn – El Doradillo

Unser Häuschen mit zwei Schlafzimmern und Bad im ersten Stock, Küche, Esszimmer und living parterre ist wirklich komfortabel. Nach einem kleinen Frühstück machen wir drei und auf den Weg nach El Doradillo, einem Schutzgebiet auf dem Weg nach Valdes. Die Schotterpiste führt durch eine atemberaubende Dünenlandschaft am Meer entlang. Unser Ziel ist ein Strand, von dem aus man Wale aus nächster Nähe sehen kann, weil es dort recht tief ist. Wir sehen nicht wirklich etwas, sind aber angetan von den Wegen, die zur Beobachtung angelegt wurden und von den Stränden ebenso. Der Mitarbeiter einer Tierschutzorganisation erklärt uns, dass die meisten Wale schon wieder weg sind. Aber von der Mole von Puerto Madryn aus und von Puerto Piramide könne man noch welche sehen. Außerdem erfahren wir von ihm, dass es sich bei den springenden Silberfischchen um Sardinen handelt, die sich aus der Luft Insekten schnappen.

Wir sitzen noch ein bisschen am Strand und beobachten in weiter Ferne einen Wal. Es ist mit 34 Grad wieder ordentlich heiß und ich bin sehr froh, meinen HÖCHST ATTRAKTIVEN Hut dabei zu haben. Was fehlt, ist Wasser. Nur Doofe fahren hier in das wüstenartige Stückchen Land am Meer, ohne etwas zu trinken dabei zu haben. Also wir drei… Perfekt ausgerüstet sind dagegen die Handvoll Camper, darunter ein Krefelder, die es sich hier an der Doradillo-Küste gemütlich gemacht hat. Naja, wir sind ja in der Lernphase.

Unser nächster Stopp führt uns quer durch Madryn an eine Steilküste. Vom Mäuerchen aus können wir einen großen Wal beobachten, der durch das kristallklare Wasser pflügt. Ganz in der Nähe dümpelt ein Tauchboot. Die Taucher bekommen einiges zu sehen! 

Uns zieht es noch ein Stückchen südwärts, denn wir haben ein Schild gesehen, das auf eine Loberia in 10 Kilometern hinweist. Trotz knappen Benzins (kein Wasser, kein Sprit…) fahren wir über eine Schotter-lose-Steine-Piste zum Glück dorthin. Den Eintrittspreis handeln Ana und Juan extrem runter, schließlich sind sie ja Einheimische. Irgendwie 🙂

Jedenfalls stehen wir auf einer Aussichtsplattform und beobachten eine Kolonie von ca. 150 Seelöwen. Große, schwarze Machos, ganz kleine, offenbar gerade geborene Zwerge, die aber schon lustvoll im Meer herumspaddeln. Sehr schön. Beobachtet werden die Seelöwen außerdem von einer Kolonie schwarzer Kormorane, die sich an der Steilküste angesiedelt haben. Wir gucken uns das Ganze noch aus einer anderen Perspektive an: Auf der Klippe wurde ein Wanderpfad angelegt, dem wir folgen. Überall hängen übrigens Schildchen, man möge sich doch bitte ruhig verhalten. Das tun wir natürlich auch, um die Tiere nicht zu stören. Im Gegensatz zu Walen, die neugierig sind und Geräuschen folgen, ziehen Seelöwen die Ruhe vor.

Es ist längst Nachmittag geworden. Aus unserem Tankstopp wird zunächst nichts, weil gerade Benzin geliefert wird. Also kaufen wir ein Dutzend Facturas – leckere, kleine Backstücke – und trinken zuhause Kaffee.

Einmal durchpusten – und wieder los. Die Mole ist 2, 3 Kilometer entfernt, also unternehmen wir einen weiteren Versuch, noch mehr Wale zu sehen, zu Fuß. Von der Mole aus wird gefischt, ganze Familien gucken dabei zu. Hier landen bald auch Kreuzfahrtschiffe, deren Passagiere Blitzbesuche im Ort oder auf Valdes Unternehmen, bevor es weiter südwärts geht: erst Feuerland, dann Antarctica.

Das Wasser läuft wieder auf und tatsächlich kommen ein paar Wale in die Nähe, um mal zu gucken, was hier so los ist. Drei Klitzings mit strahlenden Gesichtern. Es ist frisch geworden, aber wir haben Jäckchen dabei und gucken noch ein bisschen, bevor wir uns über einen Supermarkt – Wein, Fleisch, Kram – auf den Rückwrg machen. Wir sind ziemlich fertig 🙂 Ich schmurgel relativ schnell eine Bolognese, ein paar Nudeln, ein Glas Wein. Und schon fallen drei Augenpaare zu.

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