Neuville-sur-Ain. Im Goldenen Fasan


5BAB9A35-1D06-42B3-8ED2-0F67646AC025Ohne Internet macht man abends früh das Licht aus. Entsprechend lange, vor allem aber ausgezeichnet haben wir in unserer Fernfahrerbude geschlafen. Frühstück ab 7:30 Uhr? Da sind wir pünktlich! Die Croissants sind so gut wie bei Natzilie, das Frühstück perfekt und die Heisswasserkanne für den Unterwegs-Tee gefüllt.

 

100 Meter vom Hotel entfernt, im ersten von gefühlten tausend Rondellen, haben wir wieder Internet, zwei Minuten später ruft das Schippchen an: Die xies – eine in Hamburg, einer on the road in Österreich Richtung Serbien – haben sich Sorgen um uns gemacht: Smartphones geklaut? Mausetot im Graben? Schlimmeres? Klitzings offline? Kennt man gar nicht… Wir sind ganz gerührt und plaudern vergnügt, während Juan schon wieder exzellent kurvt. Besançon steht auf dem Zettel, immer schön über die Landstrassen. Die Natur mit ihren unendlichen Wäldern, grossen Feldern und teils altertümlichen Dörfern gefällt uns richtig gut. Dazu riesige Weinberge und -felder und nur ganz wenig Verkehr. Rundum schön!

 

In Lure stoppen wir mal, um uns das regionale Lidl-Angebot anzusehen. Ein Confit von Entenmägen haben wir zwar kurz in der Hand, stellen es aber zurück ins Regal. Wer würde das essen? Ausser vielleicht… Kann man aber nicht wissen. Wir decken uns nur mit Feigenconfit ein.

 

Der nächste Stopp ist kultureller Natur. Auf dem Hügel Notre Dame du Haut in Ronchamp errichtete Le Corbusier 1955 eine Kapelle, die Jean Prouvé in den 70ern und Renzo Piano 2011 ergänzte. Ein Wallfahrtsort am südlichen Rand der Vogesen für alle Architektur-Interessierten. Juan erinnert sich an seine Studienzeit, nach deren Abschluss eine Handvoll argentinischer Studenten im Bulli durch Europa gondelte, um interessante Bauwerke fachmännisch zu bestaunen. Die Kapelle von Le Corbusier gehörte dazu. Wir bekommen allerdings weniger davon zu sehen, denn das Gemäuer wird offenbar grundrenoviert und ist eingerüstet und verplant. Auf dem Parkplatz davor: zwei Holländer, ein Schweizer, ein Österreicher, eine Deutsche und wir. Und ein Bautrupp.

 

Also weiter. Wir haben uns vorgenommen, mindestens eine Nacht in Bourg-en-Bresse zu bleiben. Das kennen wir zwar ebenso wie das berühmte Bresshuhn, unter dessen Haut hier gern mal ein Scheibchen schwarzer Trüffel geschoben wird. Aber Bourg war doch ganz niedlich? Bei sonnigen 20 Grad haben wir die wuselige Stadt schnell satt. Plan B? Der entsteht in einer Sandwich-Bar und besteht im Wesentlichen aus einem Wort: abhauen!

 

Juan, der Meister der google maps-Suche, findet Le Faisan doré in Neustadt an der Ain, richtiger: Neuville-sur-Ain. Um keinerlei Fiesematenten, sprich: weitere Hunderte von Kilometern aufkommen zu lassen, buchen wir bei booking.com ein Zimmer. Was soll schiefgehen? Nichts! Die Lage direkt am Fluss mit Blick auf Stromschnellen und einen Wasserfall ist grandios. Dass im Zimmer ein veritables Motorrad steht, ist ungewöhnlich. Na und? Ach ja: Wir sind online!

Und gespannt, ob sich der gute Eindruck so fortsetzen wird!

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