Marina von Lagos und mehr

 

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Auf eine bezaubernde Art ist dieses Lagos ein ganz eigenes kleines Kunstwerk. Trotz all der Apartmenthäuser hat sich der Ort seinen Charme durchweg bewahrt. Überall stehen noch traditionelle Häuser, Hütten, die teilweise ein bisschen verfallen, aber dennoch ganz attraktiv wirken. Läuft man durch die Stadt, trifft man ausserdem immer wieder auf aufwendig gezeichnete Portraits an Hauswänden. Eigentlich keine „murals“ im klassischen Sinne. Eher wie ein eigenwillig kuratiertes Freiluft-Museum. Damit werde ich mich in der nächsten Zeit mal etwas näher befassen.

Nachdem der morgendliche Regen nachgelassen und sich das Thermometer auf 13 Grad eingependelt hat, sind wir unterwegs Richtung Innenstadt. Trotz der dunklen Wolken zu Fuss. Juan sucht noch immer ein bestimmtes technisches Verbindungsstück, das eine Mariage zwischen ipad und Fernseher problemlos ermöglichen soll.

Erste Station ist fnac im intermarché, eine Art Mini-Saturn. Natürlich ohne das Teil. Bergauf, bergab kommen wir am Mercado Santo Armaro vorbei. Ich habe gelesen, dass sich hier die Restaurants mit frischem Fisch eindecken. Zur Mittagszeit, ganz kurz vor Marktschluss um eins, gibt es nicht mal mehr eine Schuppe. Hier werden wir mal frühmorgens hingucken!

Aber zunächst die Technik: Keiner der beiden grossen China-Bazare kann helfen, also wackeln wir den nächsten Berg hoch, zu Brico, soetwas wie das Bauhaus oder Obi. Während Juan die Technik durchstöbert, gucke ich auf der anderen Seite mal zu Aldi. Natürlich höre ich hier auch sofort meine Muttersprache… Etwas besorgt bin ich um Cuxhaven: Wurde da evakuiert? Wir haben schon drei CUX-Wohnmobile gesichtet!

Eingekauft wird nichts – wir sind ja zu Fuss unterwegs. Nur das kleine Verbindungsteil hat Juan endlich gefunden. Also weiter: Und zwar nunmehr zum Flüsschen Bensafrim, das die Hafeneinfahrt bildet. Hier haben wir vor einigen Tagen viele Störche gesehen. Heute? Nicht einen! Wahrscheinlich sind sie auf dem Campingplatz und fressen den Franzosen die Frösche weg.

Wo wir schon mal hier sind, besichtigen wir den Jachthafen. Natürlich muss hier kein Boot im Winter ins Lager. Schiffe aller Art und Grösse dümpeln gemütlich an der Marina. Die ist übrigens ganz interessant. Auch zu dieser Jahreszeit reiht sich ein geöffnetes Restaurant ans nächste. Mit durchaus moderaten Preisen und vielen, vielen Engländern. Naja, das ist ein bisschen übertrieben; insgesamt ist es doch eher ruhig im Dezember.

Wir haben inzwischen etwas Hunger und überqueren den Hafen auf einer Fussgängerbrücke. In der zweiten Reihe, parallel zur Promenade, finden wir eine nette Bar, die ausser von vielen Portugiesen und uns von einem italienischen Quartett bevölkert wird. Es ist vier Uhr nachmittags. Juan bestellt ein Schinken-Käse-Omelett mit Frites, ich einen Teller Spaghetti Bolognese. Dazu jeder ein Glas Rotwein. Und zum Abschluss zwei Espressi mit zwei Pasteis de Nata. Alles zusammen für 16,10. Kann man nicht meckern.

Und nun soll’s wieder den Berg hinauf nach Hause gehen. Zu Fuss? Och, nö! Mehr so aus Jux öffnen wir die Uber-App. Wie es scheint, sind in Lagos Fahrer aktiv! Wir gehen trotzdem erst einmal zur Bushaltestelle, aber die 2 ist gerade weg und fährt nur stündlich. Also: Uber. Drei Minuten später ist unser Fahrer da und bringt uns bis vor die Tür. Das kostet 3,82 und wird wie überall auf der Welt direkt von der Kreditkarte abgezogen. Es fliesst also kein Bargeld, nur „bom dia“ und „obrigado“.

Zuhause machen wir es uns gemütlich und gucken interessiert zu, wie das Licht des Tages im Meer verschwindet. War ja mal wieder ein langer Marsch. Aber schön! Ausserdem haben wir viel Neues entdeckt.

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