In den Süden der Bretagne

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Gerade mal 200Meter ist unser wunderbares Haus in Kerfissien vom Meer entfernt. Vielleicht ist das der Grund, dass sowohl die Xies als auch wir uns mehr oder minder ausschließlich an der Küste entlang
gehangelt haben. Diese Traumstrände, die wunderbaren Buchten mit ihren wuchtigen Felsen! Das glitzernde Meer und das stumpfe Watt – ganz, ganz großartig. Deshalb ist es auch nicht ganz so einfach, heute aus Sonias Haus Abschied zu nehmen.

 

Check-out ist 10 Uhr, aber das sieht Madame nicht so eng. Wir haben aber alles schon vorbereitet und fallen die Xies pünktlich um zehn um den Hals. Gaby und Jörg trödeln an der Küste zurück langsam Richtung Elbe, wir wollen noch ein bisschen in den Süden.

 

Knapp drei Wochen haben wir miteinander verbracht. Sicher hat der eine oder andere mal eine Flunsch gezogen, aber man muss wirklich sagen: Es war höchst harmonisch. Juan und ich sind es überhaupt nicht gewohnt, mit anderen on tour zu sein, aber es klappte super.

 

Nun stellen wir die Suchfunktion auf booking von zwei auf ein Zimmer zurück und machen uns auf den Weg. Das erste Ziel liegt nicht einmal 20 Kilometer entfernt: das Schloss von Kerjean.

 

Umgeben von einem großzügigen Park entdecken ein zum Teil hervorragend renoviertes, zum Teil eindrucksvoll als Ruine erhaltenes Bauwerk aus dem frühen 12. Jahrhundert. Man kann es heute sogar besichtigen! Das tun wir natürlich und staunen über die stabile Bauweise, atemberaubende Deckenkonstruktionen, aber auch erhaltene Möbelstücke wie Betten, die eindeutig für wesentlich kleinere Menschen konzipiert worden waren. In einem Flügel des Schlosses ist eine interessante Ausstellung untergebracht: das Mittelalter weltweit. Von Europa über Asien, Afrika bis nach Amerika gehen die Artefakte und Beschreibungen. Sehr gut gemacht!

 

Bevor der große Besucherstrom an diesem Sonntag eintrifft, sind wir schon wieder auf der Landstraße. Das nächste Tiel – schon wieder in Meeresnähe – ist Landerneau. Der Ort interessiert uns nur deshalb, weil dort Menschen in mittelalterlichen Gemäuern auf einer Brücke leben. Das tun sie zwar, aber so spektakulär ist es auch wieder nicht. 

 

Ganz anders sieht es da an unserem nächsten Zielort aus. Camaret sur mer – ein niedlicher Hafenort, in dem heute auch noch ein Kunsthandwerker-Markt direkt am Kai stattfindet. Mutti hat prima gemalt und geklöppelt, Papi geschnitzt und gelötet…

 

Ermattet vom Spaziergang und der ambitionierten Kunst lassen wit uns in einer Crêperie am Hafenrand nieder, trinken ein winziges Schlückchen Weißwein zu herzhaften Crêpes (blé noir) und erfahren, das die Xies über die Ile Grande und Trégastel in Paimpol, also auch wieder in einem Häfchen, gelandet sind.

 

Wir sind gestärkt für die Natur und cruisen kreuz und quer über  die Halbinsel Crozon. Am Kap klettern wir fast bis zur Spitze, die allerdings in militärischer Hand ist, genießen den Ausblick aufs glitzernde Meer und unzählige Surfer, die auf die richtige Welle warten. Großartige Perspektiven!

 

Bei der Weiterfahrt nach Douarnenez fällt uns auf, wie sehr sich die Architektur in diesem Teil der Bretagne von der im nördlichen unterscheidet: Die Häuser sind massiver, geduckter, die land- und forstwirtschaftlichen Flächen größer.

 

In Douarnenez erwartet uns ein Oldtimertreffen: tolle Enten, großartige Renaults und Citroëns aller Jahrgänge, von denen sich einige augenscheinlich in erster Hand befindet.

Unser Hotel finden wir ein paar Kilometer weiter. Das Sables blancs ist keineswegs vergleichbar mit unserer luxuriösen Hütte ein Kerfessien, aber das Zimmer mit seinen 12 Quadratmetern zweckmäßig. Macht man den Hals ganz, ganz lang, kann man sogar das Meer sehen. Das sehen wir usb aber lieber noch einmal aus der Nähe ran, bevor wir nach einem vergnügten Abendessen erledigt ins Bett kippen.

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