Alltag am Meer

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Unsere Tage in der Finistère, jenem Ende der Welt in der Bretagne, sind geprägt von Wochenmärkten. Mal werden die Stände in Cléder aufgebaut, mal in St. Pol de Leon, dann wieder direkt am Hafen von Roscoff. Spätestens am dritten Markttag kennt man jeden Händler, spätestens dann wundert man sich auch, weshalb es so wenig frischen Fisch an den Ständen gibt. Mal ein paar Taschenkrebse, Austern, aber sonst ist die Auswahl gering. Wer Fisch will, geht hier offenbar in die Supermärkte, die allerdings wirklich sehr gut bestückt sind.

 

Zu fast jedem Markt gehört ein café allongé in einem der Cafés rundherum, manchmal ein Croissant dazu oder ein baguette jambon beurre. Da wir abends meist zu hause essen, muss täglich erörtert werden, wer was wie wann wo besorgt. Das ist Stress! Naja, bretonischer Stress, also eher etwas zum Kichern.

 

Interessant ist, dass hinter jedem Parkplatz ein besonders schöner Strand, ein Inselchen, ein paar Felsen lauern. Viele Menschen sucht man vergeblich: Selbst im Hochsommer sind die Strände der Bretagne nicht überlaufen. Und selbst wenn: Ein paar Meter weiter findet man auf jeden Fall ein ruhiges Plätzchen am Strand, zwischen Felsen, in den Dünen. Wer gern spazieren geht oder wandert, ist hier prima aufgehoben. Auch jenseits des GR34, des Zöllnerpfades, gibt es überall Wanderwege.

 

Verbringt man einen Tag in und um Roscoff, den nächsten am Strand, hat man Lust, auch mal etwas anderes zu sehen. Wir machen uns auf den Weg nach  Morlaix, knapp 40 Kilometer entfernt am Ende eines Fjordes gelegen. Schon von weitem fällt das hohe Viaduct auf, das zum Wahrzeichen des Örtchens wurde. In engen Strassen finden sich mittelalterliche Häuser, von denen viele allerdings leerstehen. Offenbar hat Corona auch hier dafür gesorgt, dass Geschäfte schliessen mussten.

 

Von Morlaix aus fahren wir am südlichen Ufer des Fjords wieder Richtung St. Pol de Leon. Vorbei an herrschaftlichen Häusern und steilen Felsen landen wir an einem Golfplatz, der direkt am Ufer angelegt wurde. 9 Loch, ohne chichi – hübsch und relativ gut besucht. Direkt danaben thront ein veritables Schloss über der Bucht von Morlaix. Von hier aus übersieht man den Ärmelkanal, bei gutem Wetter das legendäre, von Wasser umgebene Chateau du Taurreau, in dem einst Lino Venturo mit Alain Delon herumturnte.

 

Etwas weiter nördlich dann mit Carantec ein recht nobles Viertel, natürlich ebenfalls mit Meerblick von überall. Ein einer kleinen Bucht gibt es gleich drei Restaurants-Bars-Brasseries-Creperies, die alle eines gemeinsam haben: einen wunderbaren Blick.

 

Warum auch immer landen wir immer wieder in Les Dossen und sehen von dort den unterschiedlichen Stand der Tiden. An einem Tag biegen wir an einem Schildchen ab: La mer. Natürlich fahren wir dorthin und finden eine Bucht vor, die man sich nicht besser malen kann: Strand, Felsen, etwas Brandung, wunderbar.

 

Wieder etwas, das man beim gemeinsamen Abendessen in unserem Haus in Cléder-Kerfiessien berichten kann.

 

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