Und… action!

Wir haben es tatsächlich geschafft: Katzenwäsche, in die Golfklamotten – und los. Die Sonne scheint, wir rechnen damit, zu dieser Stunde mutterseelenallein auf die Runde zu gehen. Grober Irrtum: Die Bude ist voll, weil heute ein grosses Turnier gespielt wird…

 

Das ficht uns nicht die Spur. Wir schlagen uns auf der driving range gemütlich ein und spielen unsere Runde ziemlich gut. Danach fröhlich unter die Dusche, Frühstück mit Vogelfutter (Müsli) und ein Blick auf die royale Hochzeit in England (Harry & Meghan heiraten mit viel Pomp) auf ins Kulturprogramm: Passau.

 

Natürlich fahren wir die knapp 50 Kilometer nach einem Tankstopp über die Landstrasse. Alles scheint zu schlafen. Wir haben an diesem Pfingstsonnabend mit viel Verkehr gerechnet, aber von dem hören wir nur im Rundfunk. 

 

Vor vielen Jahren waren wir schon einmal in Passau, aber das Wetter war so mies, dass wir nicht mal ausgestiegen sind. Und heute? Je näher wir der Stadt kommen, umso stärker ist der Regen. Intuitiv haben wir unserer Uschi mal den Domplatz als Ziel gegeben. Trotz des Wochenmarkts finden wir tatsächlich direkt vor dem barocken Bauwerk einen Parkplatz. Dort gibt es erst einmal eine Bratwurstsemmel: Brötchen mit zwei Nürnberger Rostbratwürstchen.

 

Dann ist es wirklich Zeit für ein bisschen Kultur, zumal wir uns ja mitten im barocken Mekka (aua) von Passau befinden. Erste Station: eine Kirche. Was sonst?

 

Der Dom ist gigantisch: monumental, mit bemerkenswerten Fresken und einer der grössten Orgeln der Welt. Architektonisch können sie diese Pracht auch in Rom nicht besser! Wir bewundern, was es zu bewundern gibt und wühlen uns über die nächste Kirche (die nicht ganz so barock golden glänzt) in die Altstadt. Juan parkt mich in einem Café, um unseren Schirm zu holen. Der hält uns beim Marsch durch die Fussgängerzone (bemerkenswert langweilig) und Richtung Donauufer halbwegs trocken.

 

An der bräunlich-grauen, also keineswegs blauen Donau ankern elegante Kreuzfahrtschiffe, die betuchte Amerikaner höchst komfortabel Richtung Budapest oder Bodensee schippern. Die Amis klettern vom Schiff in bereitstehende Busse, werden zum Dom gekarrt, zu einer oder zwei Aussichtsplattformen und retour an Bord. Spätestens in diesem Moment haben sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit komplett vergessen, wo sie sich eigentlich befinden. Wie könnten mir die Swarovski SCS-Reisen nicht in den Sinn kommen!

 

Wir schnappen uns das Auto und fahren ein bisschen an der Donau entlang. Durch den dichten Regen lässt sich die Schönheit des Flusses kaum erahnen, also nehmen wir via Inn-Querung wieder Kurs auf Bad Birnbach. Hier hat es ganz offenbar nicht einen Tropfen  geregnet…

 

Keine Sekunde wird vertrödelt, ab in die Golfklamotten und fertig für die zweite Runde. Danach sind wir richtig platt, gerade noch in der Lage, in ein Restaurant einzufallen. Juan verputzt in der „Gräflichen Post“ eine Haxe, ich ein bisschen Schweinerücken in Champignonsauce. Für Vegetarier ist Niederbayern wirklich nicht die erste Option…

 

Satt und müde kippen wir in unsere Sessel und verfolgen mit einem winzigen Williamsbirne-Brand das Pokalfinale zwischen  Bayern München und Eintracht Frankfurt. Zu mehr reicht es beim besten Willen nicht mehr…

 

Kommentar (1)

  1. Karin

    Ich hab Euch tatsächlich etwas vernachlässigt, aber heute war ich früh auf und fange den Tag gemütlich mit Kaffee und Klitzing-Blog an. Auch ich hatte die SCS Reise grad im Sinn, aber auch meine total erschöpft, stolze, und befreihte Ankunft nach einer Woche Radtour durch Bayern…da waren wir übrigens unterwegs mit einer Vegetarierin, die sehr gelitten hatte. In Passau gibt es allerdings ein gutes Vegetarisches Restaurant- echt erstaunlich! Ist Euch eigentlich mal aufgefallen, dass man in Bayern nie Schweine sieht? Sind alle in dunkle Schweineställe gepfercht und bekommen keine frische Luft und Sonne zu sehen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, in was für Umständen die ganzen Schweinebraten da herangezogen werden…..und mir schmeckt Schwein durchaus…..

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