San Francisco

Es ist noch nicht einmal neun Uhr abends, aber wir sind im Hotel und platt. Was für ein Traumtag liegt hinter uns!

 

Nach einem erwartungsgemäss leidlichen Frühstück im Hotel sind wir über die 101 South nach Larkspur gefahren, haben Rosie auf einem Überlaufparkplatz abgestellt und sind in letzter Minute auf die Fähre gesprungen. Gemeinsam mit einem grossen Schwung Commuter unterwegs nach San Francisco. Viel entspannter, als mit dem Auto!

 

Kurz hinter St. Quentin – da haben die ganz, ganz bösen Jungs gerade Freigang – gibt der Captain Gas. Eine halbe Stunde später legen wir am Ferryterminal an. Schön! Von da an geht’s bei mässigen Temperaturen kreuz und quer durch San Francisco. Ich kriege das Grinsen gar nicht aus dem Gesicht. Was für eine tolle Stadt. Und der Himmel, dieser Himmel! Wir laufen auf bekannten und neuen Wegen und landen in Chinatown. Anders als auf Grant, wo die ganzen Touristenbusse ihre Ladungen ausschütten, tobt auf Stockton das echte chinesische Leben.

 

Wir sind die einzigen Weissen weit und breit und geniessen jeden Meter. Das frische Gemüse und Obst, die chinesischen Hausfrauen, die Kirschen einzeln aussuchen, die alten Männer, die miteinander an jeder Ecke schnacken – so chinesisch geht es im modernen China kaum noch zu. Vor einer Dimsumbude bleiben wir stehen, gucken durch leicht schmieriges Glas in die Auslage. Ein hutzeliger Chinese deutet mit faltigem Zeigefinger erst auf Jiaotze „very good“, dann auf grünliche Bällchen „ohooo“. Das reicht uns, wir gehen sofort in den Laden und bestellen ein paar Dimsums – insgesamt für 4,20, unbezahlbar im Geschmack. Das Grünliche ist offenbar eine gehäckselte Alge, in die gehackte Shrimps gemischt wurden. Grossartig!

 

Wir könnten in jeden Laden stürzen, reissen uns aber zusammen. Einer von uns fröstelt, weil er trotz Ermahnungen kein Jäckchen mitgenommen hat 🙂 Also verlassen wir durch einen Tunnel Chinatown und landen direkt am Union Square. Der ist im Moment eine einzige Baustelle; es wird grossflächig an einer U-Bahn gebuddelt.

 

Wir finden ein Tshirt, alles gut. Über einen grossen Bogen landen wir wieder in Chinatown, laufen dann nördlich weiter Richtung Bay. Mannomann, was für ein Rummel an Fishermen’s Wharf und Pier 39. Sogar die berühmten Seelöwen sind wie erstarrt, die Pelikane haben offenbar Reissaus genommen. Eigentlich sind wir auf der Suche nach einem Sandwich und kaltem Bier – hier sicher nicht!

 

Langsam sind wir fix und fertig. So viel wie heute sind wir auf der ganzen Reise noch nicht gelaufen, entsprechend knarren die Knochen. Wir schleppen uns zum Port und direkt auf die Fähre retour. Ein halbes Stündchen Ruhe für die schmerzenden Füsse…

 

Wieder an Land haben wir immer noch Hunger und Durst, fahren Richtung Novaro. Unser Navi kennt eine Tavern – da fahren wie hin. Es ist halb sechs, happy hour. Tolles Bier für vier Dollar, Kleinigkeiten vom Bar Menu – mehr muss es nicht sein. Im Hotel warten American Ninja Warriors im Fernsehen auf uns. Ein unterhaltsamer Ausklang eines wunderschönen Tages in San Francisco. Zu mehr wären wir heute intellektuell und physisch nicht mehr in der Lage…

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