Markt in Paimpol

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Und wieder scheint die Sonne am wolkenlosen Himmel. Wir frühstücken in einer Bar-Tabac in Plouha mit mitgebrachten Croissants und beobachten ein altes Paar, das höchst bemerkenswert ist: Er hager und ernst mit Baskenmütze, sie Gauloise rauchend im wallenden Gewand und einen Kunst
band über die Bretagne studierend. Der Mann ist von seiner Dame derart hingerissen, dass er sie fast pausenlos fotografiert. Dann entschwindet sie – auch das hält er mit seiner alten Leica fest. Zusammen sind die beiden fast 200 Jahre alt und herzzerreißend entzückend…

 

Das heisst ja nicht, dass wir in Plouha kleben bleiben. Es geht mit Blick aufs nebelfreie Meer weiter nach Paimpol. Da ist heute Markt, und zwar ein sehr schöner. Naturgemäß strömen die Menschen durch die Gassen, halten an Selbstgetricktem, Confit oder alten Tomatensorten. Mitten im Getümmel treffen wir unsere Bande wieder: Die Xies haben auf dem Markt Würstchen und Schweinekruste gefrühstückt und sind ausgesprochen fröhlich. Wir winken noch einmal und trollen uns. Ein Künstler namens Gérard, der Werke aus alten, bunt gefärbten Computerplatinen herstellt, steckt mir seine Karte zu. Er würde auch auf Bestellung anfertigen. Und zwar alles. Ob wir vielleicht einen Hund hätten…

 

Kein Hund, kein Business, aber ein breites Lächeln. Am Hafen treffen wir die Unseren wieder auf ein Käffchen. Eigentlich waren wir erst für eins, halb zwei bei den Austernbänken verabredet, aber wir laufen einander ständig über die Füsse. Deshalb fahren wir Kolonne ans Meer. Die beiden sind begeistert wie wir von dem Plätzchen mit Blick auf die trocken gefallene Bucht. Die Austern, die wir schlemmen, stammen von genau dieser Farm. Grossartig!

 

Es ist die pure Gier, die uns eine Bucht weiter zu den Fischern treibt, die dort ein Restaurant betreiben. Wir sind zu spät. Die machen den Laden in dem Moment zu, als wir auf den Parkplatz rollen. Wahrscheinlich besser so. 

 

Die Siesta in unserer Fischerhütte haben wir uns verdient. die beiden anderen toben noch ein bisschen durch die Gegend, aber wir legen erst einmal die Füsse hoch. Später überlegen wir zu viert, wohin es gehen soll. Chez Paulette, direkt am Meer, klingt gut. Wir fahren in einem Auto vor, landen in einer schönen Bucht, die von Wohnmobilen überwuchert ist. Passend dazu ist das Restaurant auch noch geschlossen. Also doch wieder in unseren Laden von gestern. Das ist vielleicht alles ein Gekurve! Mr. Xie fährt, wir geniessen von der Rückbank. Unser Restaurant ist auch zu.

 

Und nun? Zurück Richtung Heimat. In Saint-Quay-Portrieux ist die touristische Hölle los. Auf den Terrassen ist alles reserviert, also speisen wir in den Innenräumen des Les Cochons Flingueurs. Nicht schlecht, dafür belanglos. Aber wir haben ja uns. Zu viert nehmen wir anschliessend noch einen Drink mit Blick aufs Meer. Während wir schon gähnen und uns mühsam aufrecht halten, toben unter uns im Meer noch die Kinder. Wie schön, dass wir schon bald wieder in unserer Fischerhütte sind!

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