Ghostbusters!

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Unsere Pension liegt nur ein paar Kilometer von Muxia und damit vom Atlantik entfernt: Costa da Morte heisst diese fast magische Gegend, die im Süden ungefähr am Cap Fisterra beginnt und kurz vor A Coruña endet.

Ans Cap zieht es viele Pilger, denn es gibt einen Marienschrein. Uns zieht es eher nach Norden, zumal das Wetter ein bisschen mistig ist: 14 Grad, manchmal ein paar Schauer – ein Reisetag. Dennoch gucken wir uns natürlich in der Gegend um, sehen uns die Rias in Carmello, Laxe und Ponteceso an. Wir finden allerdings beim besten Willen keinen Ort, an dem wir – wie eigentlich geplant – ein paar Tage bleiben wollen.

A Coruña (das „L“ vor dem „a“ ist offiziell abgeschafft worden und somit ist die galizische Form amtlich) ist auch nichts Dolles. Ganz banausig rauschen wir einfach mal durch und winken ab. Außerdem haben wir auch gar keine Lust auf eine 250 000-Einwohnerstadt.

Also wieder direkt in die Provinz und an die Küste. Wirklich eigenartig ist, dass man sich in dieser Region nirgendwo in Spanien fühlt. Nicht nur wegen der tobenden See und der rauhen Felsen, sondern vor allem wegen des intensiven Grüns der Natur, der ausgedehnten Wälder und weiten Felder. Es könnte auch Frankreich sein. Oder Irland. Sogar Neuseeland…

Nach einigen eher durchschnittlichen Küstenorten sind wir in Viveiro. Galizien haben wir hinter uns gelassen, sind in Asturien und an der Biskaya. Aber auch hier fällt es uns schwer, uns für ein Hotel zu entscheiden. Im Hinterland entdecken wir dann ein 4-Sterne-Haus, das für ein Zimmer mit Frühstück 52 Euro haben will. Das buchen wir mal gleich, denn so viel kann man da nicht falsch machen. Der Betrag wird nahezu umgehend und vor unserer Ankunft via Visa abgebucht…

Tatsächlich ist das „Val Do Naseiro“ in San Pedro ein riesiger, schneeweißer Kasten aus den 70er Jahren mit gepflegtem Äußeren, großen Zimmern mit ebensolchen Bädern, liegt in einem feinen Park mitten im Grünen.

Das Restaurant öffnet erst um 20:30 Uhr, also versuchen wir einen Aperitif in der Bar. Die ist nun wirklich 50 Jahre alt. Kellner Alex ist fast erschrocken, als wir auftauchen. Eilig wird ein Tischtuch über unseren ramponierten Tisch geworfen, dann solange geruckelt, bis er nicht mehr kippelt. Wir sind ganz allein…

Der Kellner fragt uns, wann wir essen wollen.. Naja, jetzt! Aus den Augenwinkeln sehen wir, wie er seine Fliege zurecht zupft, dann macht er nebenan das Licht an. Barkeeper und Kellner in einer Person. Ein großer Saal, festlich in Weiß, mit Silber und Kristall eingedeckt für mindestens 100 Menschen erwartet uns. Wir sind ganz allein…

Der Wein kommt schnell, die beiden Tellergerichte dauern. Nach einer halben Stunde kommt Alex, der seine Heimat Peru als Seemann verlassen hat, mit einem Gruss aus der Küche. Eine Art Bruschetta. Das Essen würde noch ein bisschen dauern: „Es soll ja auch gut werden.“ Wir sind ganz allein…

Und inzwischen können wir uns in unserem Tanzsaal vor Lachen kaum noch halten. Also der servile Alex dann auch noch die Musike anschmeisst, ist alles zu spät. Die konzertante Version von…. „Ghostbusters!“ Wir sind fix und fertig.

Fehlt nur noch, dass Jack Nicholson auftaucht und uns mal erzählt, wie „Shining“ ging…

Was für ein Haus!

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