Bonjour, tristesse…

Es ist so grau und verhangen, dass wir nicht einmal das Meer gegenüber sehen. Beim Frühstück drängen sich lärmende spanische Rentner um Aufschnitt, Brot und Käse. In großen Gruppen sind sie angereist, wohl in Bussen. Es wird noch lauter, als sie alle wieder abreisen.

 

Wir haben erwartungsgemäß kein Glück auf dem Golfplatz wegen des Turniers, aber entscheiden uns, in Golfklamotten einen Ausflug zu machen. Vielleicht findet sich ja irgendwo ein Plätzchen, das nicht sofort brandteuer ist.

 

Wir fahren an der Küste entlang Richtung Norden. Die Landschaft ist zu hügelig für die Anlage von Golfplätzen, aber für extrem hässliche Bettenburgen reicht es… Die ganze Küste ist zugepflastert. Gruselig. Wir biegen ab ins Land.

 

Das Gute: Überall blühen Mandel- und Obstbäume. Das macht das Land freundlicher. Wir fahren bis Peñíscola. Viel, viel los auf der Promenade, auch wenn jedes einzelne Hotel noch geschlossen ist. Einen Kaffee kriegen wir gerade mal in einem von Arabern geführten griechischen Imbiss. Anders als Chinesen und eingefleischten Fans interessiert es uns nicht die Bohne, wo oben in der Festung einzelne Szenen von „Games of Thrones“ gedreht wurden. Wir sehen zu, das wir Land gewinnen…

 

Über eine gut ausgebaute Landstraße fahren wir zurück nach Castellón an den Strand. Etwas zu essen wäre schön. Die Auswahl: Hotelbuffet oder fast food Bude. Wir bleiben im Hotel und staunen, welche Mengen die alten Spanier in sich hineinbauen. Die Faszination des Buffets – wir erliegen ihr nicht.

 

Dafür der des Buches: Wir lesen den ganzen Nachmittag, parken abends das Auto um, damit es wieder direkt beim Hotel steht und stürzen uns in den Speisesaal. Das Publikum hat sich komplett verändert: Statt klappriger, mampfender Rentner ist er voll mit jungen, dynamischen Menschen aus ganz Europa: Sie machen auf dem Flugplatz nebenan eine Woche lang einen Fallschirmspringer-Workshop. Wie gesagt, ganz etwas anderes.

 

Aber wir werden heute nicht alt. An der Bar ist kein Mensch, also vertiefen wir uns noch ein Stündchen in unsere Bücher. Die Wehmut bleibt: Lagos war wirklich schön…

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