Alto Adige – Südtirol im Regen

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Dass es in Kempten unentwegt regnet, nervt zwar, trübt aber nicht die Vorfreude aufs nächste Ziel: Bella Italia. Die Grenze zu Österreich passieren wir unkontrolliert: Es gibt eine Transitspur für Italienreisende. Nur diejenigen, die nach Österreich einreisen, werden geprüft. Coronaschnelltest, Impfausweis.

 

Was uns wesentlich mehr verblüfft, ist die entgegenkommende Blechlawine. Kilometerlange Staus auf der 179, auf der wir zum Landecker Tunnel unterwegs sind. An einigen Stellen schieben sich Wohnmobile bedenklich eng aneinander vorbei, an anderen überholen einige der zahlreichen Motorräder äußerst riskant. Auch Richtung Süden ist einiges los, aber nichts verglichen mit der Gegenspur.

 

Das Wetter ist so mies, dass wir Richtung Fernpass kaum etwas von den Alpen mitbekommen. Erst hinter dem Reschen-Pass wird es etwas besser. Theoretisch hatten wir vor, am Reschensee den durch Flutung versunkenen Kirchturm zu besichtigen. Aber einerseits ist der Wasserspiegel so niedrig, dass die Kirche bestenfalls nasse Füße hat. Andererseits ist der Parkplatz davor so voll, dass wir einfach weiterfahren.

 

Mals ist unser erstes Ziel, aber wir halten kaum. Zumindest werfen wir einen ersten Blick auf die Etsch, die Adige, deren Lauf wir folgen wollen. Erst einmal weiter nach Meran. Endlich hat es auch aufgehört zu regnen und das Thermometer steigt. 14, 15, 20, 23 Grad. In Merano sind es schon 25. Bevor wir parken, fahren wir in einen Ort namens Dorf Tirol, über den Spezialisten Gutes zu berichten haben. Wieder krabbeln wir einen Berg hoch um festzustellen, dass das nicht unser Dorf ist. Zu voll, zu touristisch, zu steil. Ungeübte Wanderer sind schon nach 500 Metern erledigt. Wir wahrscheinlich schon früher…

 

Also Meran. Typisch: Kaum ist das Auto geparkt und wir setzen einen Fuss in die Stadt, beginnt es wieder zu regnen. Wir flüchten in ein Eiscafé an der Promenade und überlegen nächste Schritte. Drei Tage wollen wir in der Gegend bleiben und uns ein bisschen umsehen.

 

Hotel? Lieber eine Wohnung. Stadt? Lieber aufs Land. Richtung Bozen fällt uns aus irgendeinem völlig aus der Luft gegriffenen Grunde das Örtchen Lana auf. 10, 12 Kilometer von Meran entfernt. Das ist ganz niedlich und das Haus, das wir über booking gefunden haben, macht auch einen ganz guten Eindruck.

 

Die Vermieterin ist fast ein bisschen erschrocken: Normalerweise buchen ihre Gäste Monate im voraus…Unser 3-Tages-Domizil ist auch schon mit einem Zusatzbett für die Leute vorbereitet, die am Freitag anreisen. Aber das lässt sich schnell ändern und wir ziehen ein. Vom Balkon aus sieht man die Berge und etwas Wein. 

 

Kurzer Stopp in einem Eurospar, der auch sonntags geöffnet hat. Stau an der Kasse, den wir verursachen, weil wir nicht wussten, dass die vier Brötchen abgewogen werden müssen. Aber niemand meckert.

 

Kurze Zeit später ist alles verstaut und wir starten ins Rebmann, eine, wie es heisst, typische Gaststätte. Trotz des einsetzenden Regens ist die Terrasse gut besetzt. Wir finden in den engen Innenräumen ein Plätzchen. Heute sei wesentlich weniger los, haben wir erfahren. Ferienende in Bayern und Baden-Württemberg haben diesen Teil Italiens geleert. Die Blechlawine… Wir essen gut und trödeln in unsere Wohnung. Fast zu müde für die Nachrichten von der Wahl aus Sachsen-Anhalt. Es war wieder mal ein langer Tag.

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