Ab in den Osten

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Grauer Himmel, zehn Grad und wieder kein Mensch im Hotel. Es wurde ein großes Frühstücksbüffet aufgebaut – nur für uns. Was für ein Quatsch! Wenigstens hat jemand insoweit mitgedacht, als er alles nur doppelt hingestellt hat. Zwei Croissants, zwei Scheiben Ananas – alles mal zwei. Es wäre ökonomischer und weit weniger gaga gewesen, wenn die uns einfach gefragt hätten, was wir essen wollten. So gibt es Müsli, aber keine Milch. Bacon und Würstchen, aber keine Eier. Eigentlich müsste man sie alle einfach in den Arm nehmen und ihnen versichern, dass alles gut wird. Irgendwie…

Wir hüllen uns in Hoodies, stellen fest, dass die Klimaanlage heizt, statt kühlt und fahren über eine extrem kurvenreiche Straße Richtung Autovía. Unser Ziel liegt östlich, denn so langsam machen wir uns auf den Weg Richtung Hamburg. Vor uns liegen ungefähr 2400 Kilometer. Wir haben nicht vor, die wegzureiten, sondern machen uns ganz gemütlich auf den Weg. Aber: Wir bremsen nicht mehr für jede Bucht, genießen dafür die Aussicht auf Berge, teilweise sogar mit Schnee, bis zu unserem nächsten Ziel: Ribadesella. Das liegt nun wirklich in Asturien: Unser Gespenster-Schloss von gestern war noch reines Galizien, ich habe also Unsinn geschrieben.

Nun also ein neues Bundesland, Asturien. In einigen Reiseführern kann man nachlesen, dass sich zwischen Rinadesella und Llanes die schönsten Strände von ganz Spanien (!) befinden sollen. Naja. Ich fürchte, das ist ein bisschen Influencer-Gewäsch: Wahrscheinlich wurden ein paar blauäugige, dummbatzige Blogger eingeladen und haben dann ein bisschen Hofberichterstattung getrieben. Sonst käme ein solches Urteil nie zustande. Es ist hübsch hier, aber Spanien hat weit schönere Strände zu bieten.

Ribadesella ist ein bisschen unwirklich: ein paar nette Fin de siècle-Villen am steinigen Strand, aber sonst eigentlich nichts Dolles. Kaffee, Sandwich  – hasta la vista, baby.

25 Kilometer weiter östlich, in Llanes, sieht die Welt schon wieder anders aus. Eine schöne Altstadt mit Resten aus mittelalterlicher Vergangenheit, fröhliche Spanier, die ihren Feierabend feiern – und Jakobsweg-Pilger, die zwischen Bierchen und Seelchen schwanken und dann beides doch vereinen.

Unser Hotel Sablon‘s liegt direkt an einer kleinen Bucht und nur ein paar Schritte vom Trubel entfernt. Wir schlendern durch enge Strassen, trinken hier mal ein Weinchen, essen da mal einen Pincho (eine aufgespießte Kleinigkeit wie Serranoschinken auf Weißbrot oder Fleischklöpschen mit Sauce) und erst beim Absacker im Hotel fängt es richtig an zu regnen. Gott ist wieder einmal mit die Doofen…

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