Panama. Angekommen.

Nach einem turbulenten Flug über Nordperu und Ecuador setzt unser Flieger nach knapp vierstündigem Flug von Lima gegen fünf Uhr nachmittags auf. Noch bevor wir den Flughafen verlassen, schlägt uns die feuchte Hitze wie eine Wand entgegen. Ein charmantes Intermezzo an der Immigration sorgt für Heiterkeit: „Ist die Haarfarbe echt? Bei beiden?“ fragt die Beamtin ungläubig. Willkommen in Panama, einem Land, das uns sofort mit Neugier und Wärme empfängt.

Schon der Flughafen verrät viel: Panama City wirkt näher an den USA als an Lateinamerika. Englisch dominiert die Werbung, die Abläufe sind effizient, die Atmosphäre international. Unser Fahrer bringt uns ins Yoo Panama Arts Tower: ein Wolkenkratzer, der wie ein Symbol für die moderne, kosmopolitische Seite des Landes wirkt.

Die Skyline der Halbmillionenstadt ist spektakulär: Glas, Stahl, mehrspurige Straßen, ein urbanes Panorama, das sich bis zur Bucht und zum berühmten Panamakanal öffnet. Im 36. Stock unseres Apartments erwartet uns ein großzügiger Raum, mit einem festlich gedeckten Tisch für vier Personen, fast wie eine kleine Inszenierung. Was immer das soll. Der Blick über die Bay bis zum Kanal ist schlicht atemberaubend. Wir haben neben dem grosszügigen Wohnraum mit offener Küche und Esstisch haben wir einen Balkon mit Blick, ein Schlafzimmer, ebenfalls mit Blick, ein grosses Bad, Gäste-WC, Raum für Waschmaschine und Trockner.

Die Pools im 11. Stock versprechen Erholung, doch für heute reicht es uns: Statt Restaurantsuche gehen wir in den nahen Foodie Market, wo wir Basics wie Joghurt, Käse, Schwarzbrot (!) und Wein besorgen. Gezahlt wird per Karte, doch auch Dollar wären willkommen gewesen. Der balboa, Panamas Währung, ist fest an den US-Dollar gekoppelt, beide werden gleichwertig akzeptiert.

Wir ahnen es schon: Panama ist mehr als nur Transitland und Kanalstaat. Es ist eine kulturelle Brücke zwischen Nord- und Südamerika. Die Bevölkerung ist ein Mosaik aus Mestizen, Kreolen, europäischen Einwanderern, Afrikanern und indigenen Gruppen. Diese Vielfalt prägt Musik, Küche und Feste – von afrokaribischen Rhythmen bis zu farbenfrohen Karnevalstraditionen. Wir sind gespannt, was es hier zu entdecken gibt.

Historisch war Panama schon vor der Ankunft der Europäer dicht besiedelt. Mit der Gründung von Santa María la Antigua del Darién im Jahr 1510 entstand hier die erste dauerhafte europäische Siedlung auf dem amerikanischen Festland. Später wurde der Isthmus zum strategischen Schlüssel: erst für die spanische Kolonialmacht, dann für die USA, die den Bau des Kanals vorantrieben.

Heute ist Panama ein Land der Gegensätze: Auf der Pazifikseite, wo wir wohnen, dominieren moderne Hochhäuser und internationale Geschäftsviertel. Nur wenige Stunden entfernt liegen indigene Dörfer, tropische Regenwälder und die Karibikküste mit ihrer ganz eigenen Kultur.

Die erste Nacht in Panama fühlt sich an wie ein Prolog: zwischen tropischer Schwüle, urbaner Skyline und dem Wissen, dass wir uns an einem der geopolitisch spannendsten Orte der Welt befinden. Der Panamakanal, Sinnbild für Globalisierung, liegt direkt vor unserer Tür. Und doch beginnt unsere Geschichte hier ganz privat: mit einem Bier, Schwarzbrot und dem Blick auf die Lichter der Stadt.

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