Westwärts weht der Wind

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Zwei Wochen Grau in Grau in Hamburg, Regen, Wind und üble Laune: Zeit, sich mal wieder auf die Socken zu machen. Das Ziel ist Frankreich, aber das Zwischenziel ebenfalls interessant: Wir sind mit unseren Freunden, den Xies, in Düsseldorf verabredet, im Hotel Ambassador abgestiegen und gespannt auf die Altstadt, das Ham Ham by Joseph. Vierhundert Kilometer on the road, um die weltbesten Haxen zu essen. Die sollen es laut Tim Mälzer sein, dem das Kunststück, sie nachzubraten, in Kitchen Impossible nicht gelang.

 

Das Reisewetter ist sonnig, der Verkehr auf der Autobahn meist entspannt, die Vorfreude gross. Das Hotel quasi neben dem Bahnhof in der Harkortstrasse ist grosszügig: Wir können schon um zwölf einchecken, kurz, nachdem unsere Freunde Hamburg verlassen haben. Zeit, ein bisschen zu chillen (! – hab ich sie noch alle???), bevor wir Stunden später zu viert und zu Fuss Richtung Altstadt trödeln.

 

Düsseldorf ist schon ziemlich speziell. Auf der immer noch extravaganten Kö, der Königsallee, begegnen wir Chic und Schlamp, freuen uns über durchweg freundliches Volk und kichern über astronomisch hohe Preise bei den Topdesignern dieser Welt. Düsseldorf ist „guckig“, ganz klar. Die Geschäfte enorm vielfältig und belebt, ebenso all die Leute, die uns begegnen. Es macht Spass, sich einfach ein bisschen treiben zu lassen. Im Moment findet die grosse Campingmesse statt, das bringt viel Volk in die Stadt.

 

T-Shirtwetter, Tisch draussen, netter, kroatischer Ham Ham-Chef in zweiter Generation. Das Ham Ham ist eine Art Imbiss und spezialisiert auf Deftiges, allem voran die gegrillte Schweinshaxe. Dazu werden, laut Mälzer, Bratkartoffeln gereicht, die unter den Grillspiessen im triefenden Fett rösten. Nichts für Ökotrophologen, tödlich für Veganer. Aber das sind wir ja alle nicht, deshalb bestellen wir munter drauf los. Dann wird auf der Aussenterrasse serviert. Die Haxen. Nun ja. Nicht schlecht, aber nicht vergleichbar mit Kloster Andechs, zum Beispiel. Und die Kartoffeln stammen aus der Pfanne. Also: Viel Lärm um nix. Am Nebentisch säuft sich eine Thai den Braten schön, assistiert von ihrem Bamberger Freund, den es irgendwie nach Thailand verschlagen hat. Besser, wir fragen mal nicht, wie genau… Die beiden klagen über Corona in Siam, über den Mangel an Impfungen, sind aber geimpft in Deutschland und ausgesprochen zutraulich. Wir verabschieden uns winkend.

 

 

 

Trotz der etwas enttäuschenden Haxe haben wir es ausgesprochen gemütlich, schlendern anschließend, geführt von unsrem Ortskundigen, noch ein bisschen durch Düsseldorf und an den Rhein, trinken ein Glas im Füchschen und fallen auf ein Mettbrötchen und ein Alt ins Schumacher ein, bevor wir wie tot ins Bett fallen. Ein schöner Auftakt für unseren Trip in die Normandie, später die Bretagne, wo wir mit den Xies ein Haus gemietet haben.

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