Puerto Montt und die Vulkane

Wider Erwarten scheint heute die Sonne, also machen wir uns schon bald auf den Weg, um die Gegend um Puerto Montt ein bisschen zu erkunden. Die Stadt selbst ist eine eher ärmliche Hafenstadt mit höllischem Verkehr und nicht unbedingt gut gelaunten Menschen.

Unseren Plan, auf die Insel Chileo zu fahren, lassen wir fallen. Irgendwie reicht für Zeit nicht so recht, spätestens Sonntag wollen wir in unserer gebuchten Wohnung in Buenos Aires sein. Stattdessen fahren wir nach Puerto Varas, etwa 20 Kilometer nördlich an einem riesigen See gelegen. Genau gegenüber der von Deutschen und dem Tourismus enorm geprägten Stadt liegt der berühmte Vulkan Osorno, dessen Kuppe in den Wolken hängt. Wir machen eine 80-Kilometer-Seerundfahrt auf der malerischen Küstenstrasse.

Die Landschaft erinnert mal an Bayern, mal an die Schweiz und mal an Österreich. Sanfte Hügel, grasende Kühe, Hotels, die deutsch „Am See“ heißen, Schilder an kleinen Gaststätten, die „Kaffee und Kuchen“ anbieten. Warum ein Ort hier ganz in der Nähe Nuevo Braunau heißt – man kann es nur vermuten …

Unsere Freude an der schönen Landschaft erfährt ein jähes Ende, als Grauchen plötzlich, aber konstant ein Geräusch von sich gibt. Ein Mechaniker in einer Rumpelbude hat keine Ahnung, macht aber wenigstens nichts falsch. Er schickt uns zu NIssan nach Frutillar, in den nächsten deutschtümelnden Ort mit bemerkenswertem Theater am See. Der Chef der Werkstatt hört Grauchen mit dem Stethoskop ab und tippt auf ein malades Kugellager. Helfen könne er nicht, denn er würde am Freitag Betriebsferien machen und habe den Laden noch voll. Aber Nissan Osorno oder Puerto Montt wären ja da.

Das uns grundunsympathische Osorno kommt nicht infrage, also wieder los nach Puerto Montt. So richtig serviceorientiert sind die hier alle nicht. Man lässt uns lange warten und erzählt Geschichten wie: das kann aber vier Wochen dauern, bis wir das Ersatzteil haben. Dabei wissen sie noch nicht einmal genau, was es ist…

Wenigstens bekommen wir die Telefonnummer eines ehemaligen Mitarbeiters, der sich das Auto morgen früh ansehen wird. Wenn das auch so eine Nulpe ist, fahren wir los nach Argentinien.

Wir versuchen, uns die Laune nicht völlig verderben zu lassen, was aber nicht gut gelingt. Wieder neues Hotel suchen, nach langer Irrfahrt an der Küste entlang doch mitten in der Stadt: Aparthotel Colon, dessen Wohnungen um die 100 Quadratmeter haben. Einschließlich einem Whirlpool im Bad… Kostet knapp 80 Dollar. Wir gehen noch schnell etwas essen und drücken uns die Daumen. 

Kommentare (2)

  1. Natzl

    Bloß nicht verzagen, nach Regen folgt Sturm!

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    1. admin (Beitrag Autor)

      heute sonne, liebstes Geburtstagskind!!!!!

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