Die Küste der Picardie

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Berck ist zwar spiessiger,  als die mondänen Schwestern Deauville, Trouville & Co., hat aber etwas in seiner morbiden Schönheit.

 

Morgens an der Promenade hat man nicht nur einen phantastischen Blick auf den Strand und das Meer in seiner Tidenabhaengigkeit, sondern auch auf die Touristen, die überwiegend aus Frankreich und Belgien an diese Küste kommen. Es wird gejoggt und gestretched, Yoga und anderes am Strand ausgeführt, es wird aber auch geklönt und getratscht. Es ist eine Wonne, den verzogenen Hunden zuzusehen, die zum Teil so winzig sind, dass sie in einen Handschuh passten. Die verwöhnten Mini-Wesen treiben ihre Frauchen und Herrchen an, quälen und drangsalieren sie; es ist eine Freude. Das alles vor der atemberaubenden Meereskulisse, zwischen pastellfarbenen Badehäuschen oder einfach nur beim Bäcker.

 

Wir sagen Berck Adieu und machten uns wieder auf den Weg nach Le Crotoy. Kleiner Stopover bei Lidl, um Baguette und eine tolle Knoblauchwurst neben ein paar Früchten einzukaufen, schon sind wir wieder vor dem Hotel de la Baie in Le Crotoy.

 

Komisch, aber wahr: Vor diesem Trip haben wir noch nie von diesem Ort gehört, jetzt sind wir aber sozusagen schockverliebt. Der Ort ist niedlich, die Promenade einfach grandios. Bei Ebbe sitzen zahlreiche Segler auf Grund, auf Bänken und Mäuerchen rasten Menschen, die den Anblick einfach nur geniessen. Und diese ganz besondere Luft einatmen, in der sich Salzwasser und Algen zu einem unverwechselbaren Parfüm vereinen.

 

Hier könnten wir eine lange Zeit verbringen- unseren Mitreisenden geht es genauso.

 

Wir verabreden uns gegenüber in Saint Valérie sur Somme. Ein mittelalterlicher Ort mit feine Promenade, vielen Hotels, Kneipen und Bars. Hübsch anzusehen! Wir laufen in die Altstadt einen Berg hinauf, erfahren, dass Jeanne d‘Arc hier verurteilt wurde. Viel Geschichte, gut erhaltene Architektur und spannende Ausblicke von der Höhe.

 

Wir treffen die Xies, die wie wir über die Küstenstraße weiter nach Cayeux wollen. Auf dem Weg dahin haben die beiden in einem Kreisverkehr genau wie wir eine Eingebung: Da steht Le Hourdel – Fischereihafen – da müssen wir hin und treffen uns zu viert. Juan und ich frühstücken auf einer Bank mit Blick auf die unendliche Weite des Watts, das fast wie eine Wüste wirkt. Die Xies schnorren noch ein bisschen Knoblauchwurst.

 

Dann geht es nach Cayeux-sur-mer. Der Ort ist extrem touristisch geprägt, aber durch seine Strandhäuschen, in deren Windschatten mit Blick aufs Meer so manches Glas geleert wird, sehenswert. Aber es gibt sie nicht, diese gemütliche Bar, in der wir mit Blick etwas trinken könnten.

 

Die finden wir knapp 25 Kilometer weiter in L‘Etreport. Den Ort kenne wir zwar alle vier recht gut, aber er ist noch immer faszinierend: die steilen Küsten, das wildenTreiben im Ort, die Fischmarkthalle – alles schön! Bei einem Weinchen beschließen wir, nicht mehr groß weiterzufahren. Wir entdecken auf booking das Hotel Mayrena in Eu und buchen auch gleich.

 

Was soll schiefgehen? Nichts! Das Hotel ist super, die Zimmer modern, sauber und ganz neu. Es gibt kein Restaurant, deshalb schlendern wir wenig später in die Innenstadt von Eu, die eine knappen Kilometer von unserem Domizil entfernt ist. 

Die Küche des Le Tango im Schatten der mächtigen Kathedrale verwöhnt uns mit Andouilette, Entenbrust und Steack haché vor hausgemachten Desserts.

Satt und zufrieden laufen wir wieder zurück ins Hotel. Was für ein schöner Tag!

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